2011 Char­don­nay Reserva

20011 Chardonnay Reserva - Casillero del DiabloDer Char­don­nay wird von allen vier Tes­tern als süf­fi­ger, aber nicht son­der­lich inter­es­san­ter Wein emp­fun­den. Michael erkennt, dass es sich bei ihm um „einen jun­gen Char­don­nay“ han­delt. „Der Geruch ver­spricht etwas War­mes, Schwe­res, Fruch­ti­ges“, glaubt Ramona, fin­det aber, dass sich die­ser Ein­druck im Geschmack nicht adäquat wie­der­fin­det. Lisa beschreibt den Wein als „mild, neu­tral und etwas lang­wei­lig“. Marco fin­det ihn „aus­ge­wo­gen, aber nicht aus­sa­ge­kräf­tig“. Kei­ner würde für den Wein mehr als vier Euro ausgeben.

Kom­men­tar von Jens Priewe: Hand­werk­lich ist der Wein per­fekt. Die typi­sche tro­pi­cal fruit-Nase: Ana­nas, Banane, ein wenig Zitrus. Durch­aus lecker.  Was viele Übersee-Chardonnays so unat­trak­tiv macht, ist hier ver­mie­den: keine Rösta­ro­men, keine „nus­si­gen“ Noten, kein Petrol­ton. Statt­des­sen Fri­sche. Wer die­sen Char­don­nay gut kühlt und dann zu Scampi, Wok­ge­müse oder Geflü­gel­ge­schnet­zel­tem trinkt, kann sei­nen Spaß an ihm haben. Lang­wei­lig ist der Wein inso­fern, als er einem Typus von Char­don­nay ent­spricht, den es in Süd­afrika, Aus­tra­lien, Kali­for­nien häu­fig in ähnli­cher Sti­lis­tik gibt. Aber für 6,99 Euro kann es keine Terroir-Weine geben. Wem Char­don­nay nicht gerade zu den Ohren raus­hängt, müsste mit die­sem Wein eigent­lich auf seine Kos­ten kommen.


Weininfo: Char­don­nay ist die wich­tigste weiße Reb­sorte in Chile. Sie wird in einem klei­nen Küs­ten­strich direkt am Pazi­fi­schen Ozean ange­baut, wo die küh­len Nebel­schwa­den und See­winde dafür sor­gen, dass sich die hei­ßen Tages­tem­pe­ra­tu­ren nachts rapide abküh­len. Dadurch erhält der Wein seine Fri­sche. 35 Pro­zent wurde in fran­zö­si­schen Bar­ri­ques ver­go­ren, 65 Pro­zent in Stahl­tanks (6 bis 8 Monate). Danach wur­den beide Par­tien mit­ein­an­der verschnitten.



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