2011 Rias Baixas „O Rosal“, Bodegas Terras Gauda

O Rosal von Terras Gauda: Rias Baixas für Rieslingmüde

Die Weiß­weine von den Bodegas Terras Gauda sind kein Geheim­tipp mehr in Deutsch­land. Wo sich Anzei­chen von Riesling-Müdigkeit einstellen, braucht man sie drin­gend, speziell jetzt in den warmen Sommer- und heißen Fuss­ball­nächten. Und ganz beson­ders den Lagen­wein O Rosal.

Die Weiß­weine von den Bodegas Terras Gauda sind kein Geheim­tipp mehr in Deutsch­land. Wo sich Anzei­chen von Riesling-Müdigkeit einstellen, braucht man sie drin­gend, speziell jetzt in den warmen Sommer- und heißen Fuss­ball­nächten. Und ganz beson­ders den Lagen­wein O Rosal.

Der 2011 O Rosal von Terras Gauda
Der 2011 O Rosal von Terras Gauda

Wer irgend­wann der Ries­ling, Weiß­bur­gunder, Silvaner & Co. müde ist und seinen Gaumen neu kali­brieren will, hat es nicht leicht. Zwar sind die Regale der Wein­händler und die Kata­loge der Versand­händler voll von Weiß­weinen, die höchsten Genuss verspre­chen. Aber die wenigsten halten, was verspro­chen wird. Die meisten sind Trink­li­mo­naden, bieder in der Machart, beliebig im Geschmack. Das liegt daran, dass es in Europa zwar viele Orte gibt, an denen weiße Reben wachsen, aber nur wenige, an denen sie inter­es­sante Weine hervor­bringen.

Weiß­wein gedeiht am besten in kühlen Gegenden. Alles, was um den 50. Brei­ten­grad liegt, hat einen Vorteil: Deutsch­land, Cham­pagne, Chablis zum Beispiel. Aber natür­lich gibt es auch andere Weiß­wein­ni­schen in Europa. Nieder­ös­ter­reich und die Stei­er­mark zum Beispiel, das Elsaß und Südtirol.

Cool Spot Rias Baixas

Die galizische Atlantikküste
Die gali­zi­sche Atlan­tik­küste

Auch die spani­sche Appel­la­tion Rias Baixas ist so eine Nische. Sie liegt an der gali­zi­schen Küste um die Hafen­stadt Vigo herum. Der kühle Atlantik und die frischen Winde, die vom Meer her wehen, machen diese Gegend zu einem cool spot, obwohl sie weit südlich liegt, um den 42 Brei­ten­grad herum.

Aus dieser Gegend kommt der Tropfen, der Wein­trinker mit ersten Anzei­chen von Ries­ling­mü­dig­keit wieder wach machen könnte: ein frischer, aber gehalt­voller Weiß­wein mit schöner Säure und ganz eigener Aromatik. Wollte man das Aroma beschreiben, müsste man sagen: mild-würzig mit einem Bouquet von Äpfeln, Grape­fruit, Zitro­nen­gras und einer Prise Seeluft: leicht salzig, so wie Seetang und eine geöff­nete Auster riechen. Auf keinen Fall sind die Weine so blumig wie ein Ries­ling, schon gar nicht so buttrig wie ein Char­donnay, und auch nicht so schotig wie ein Sauvi­gnon.

Auch zu Scampis und Hähnchenbrust vom Grill

Bodegas Terras Gauda
Bodegas Terras Gauda

Jeden­falls gilt diese Beschrei­bung für den O Rosal aus den Bodegas Terras Gauda. Er ist nur einer von einem guten Dutzend Rias Baixas-Weinen, die in Deutsch­land ange­boten werden, aber ein recht guter und – wich­tiger noch – ein äußerst charak­voller. Kein Terras­sen­wein im herkömm­li­chen Sinne. Aber man kann ihn an diesen warmen Sommer­tagen auch kommod auf der Terrasse oder im Garten trinken, so ein solcher vorhanden ist. Dazu eine gali­zi­sche Empa­nada zu reichen, gefüllt mit Fisch und Meeres­früchten, wäre nicht schlecht, ist aber keines­wegs zwin­gend.

In den heißen Fußball­nächten schmeckt der Wein ebenso gut, wenn Scampis oder Hähn­chen­brust auf dem Grill liegen. Mögli­chen Einwänden von Seiten der Fußball­fans sei entgegnet: Spanien ist nur im Fußball ein Gegner, nicht am Tisch. Sonst dürfte man sich vor dem Italien-Spiel auch keine Pizza rein­schieben und müsste seine Armani-Jeans ausziehen. 

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