„Fabel­haft“ – so heißt der nach Qua­li­tät, Preis und Markt­be­deu­tung beste Rot­wein des ver­gan­ge­nen Jah­res laut der Zeit­schrift „Wein­wirt­schaft“. Tat­säch­lich hat die­ser rote Por­tu­giese aus der 10-Euro-Klasse sei­nen Namen ver­dient. Doch seit ein paar Mona­ten gibt es den Fabel­haft auch als Weiß­wein. Ob er den­sel­ben Erfolg haben wird? Eher nicht. Aber gut ist er trotzdem.

2009 Fabelhaft Douro BrancoDer kor­rekte Name des neuen Mit­glieds der Fabelhaft-Familie heißt Fabel­haft Douro Branco. Also ein Weiß­wein vom Douro, jenem mäch­ti­gen Strom in Por­tu­gal, an des­sen Hän­gen die Port­weine wach­sen. Die­ser Branco hat jedoch nichts mit einem Port­wein zu tun. Ers­tens ist er weiß, zwei­tens tro­cken, drit­tens nicht mit Alko­hol auf­ge­spri­tet. Er ist ein ganz nor­ma­ler Weiß­wein, gekel­tert aus den ein­hei­mi­schen Reb­sor­ten, die im Douro-Gebiet wach­sen, im Stahl­tank ver­go­ren (ein klei­ner Teil auch im Bar­ri­que), auf der Hefe aus­ge­baut – also so oder so ähnlich, wie Weiß­weine auf der gan­zen Welt her­ge­stellt werden.

Kein Fri­sche­mons­ter

Dirk van der NiepoortDer Unter­schied ist, dass die­ser Douro Branco kei­ner jener Fri­sche­mons­ter ist, die zu pro­du­zie­ren sich Win­zer und Wein­gü­ter in der gan­zen Welt der­zeit so furcht­bar gefal­len. Der Wein hat keine kna­ckige Säure und pri­ckelt nicht vor Koh­len­säure, was noto­ri­sche Riesling-viel-zu-jung-Trinker mög­li­cher­weise als Man­gel emp­fin­den wer­den. Er duf­tet zwar nach fri­schem Apfel, ist aber ein sat­ter, stof­fi­ger, kei­nes­wegs ner­vö­ser Wein, der zwar nicht nach Holz schmeckt, aber teil­weise in Bar­ri­ques ver­go­ren wurde (zu 30 Prozent).

Jetzt, da er noch jung ist, domi­niert der süße Frucht­schmelz. Doch in den nächs­ten Mona­ten, wenn der Charme der kna­cki­gen Weine schon welk zu wer­den beginnt, kom­men seine rauchig-kräuterwürzigen Kom­po­nen­ten erst rich­tig durch. Dann hat die Stunde die­ses Branco geschla­gen. Bleibt zu wün­schen, dass die fri­sche­ver­rück­ten Wein­trin­ker die­sen Stil, der eher durch ruhi­gen Trink­fluss geprägt ist, zu schät­zen wissen.

Die Weine


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