Vom 16. bis 18. Sep­tem­ber 2011 fei­erte man auf Islay das jähr­li­che Jazz Fes­ti­val. Wie schon im Vor­jahr war die Laga­vu­lin Destil­le­rie wie­der Haupt­spon­sor die­ses Musik­er­eig­nis­ses. Erst­ma­lig wurde zudem eine exklu­sive Fes­ti­val­ab­fül­lung prä­sen­tiert. Bewies Laga­vu­lins Urge­stein, Iain MacAr­thur, ein gutes Händ­chen bei der ihm über­las­se­nen Fassauswahl?

Die Whis­ky­da­ten die­ser Abfül­lung las­sen das Herz eines jeden Lagavulin-Fans und -Samm­lers höher schla­gen: Bodega Sherry Fass No. 355, 1993, 18y, 55.4% und limi­tiert auf 570 Flaschen!

Bereits 2009 fiel die Wahl der Diageo-Destillerie-Manager auf ein 1993 Laga­vu­lin Bodega Sherry Fass, dass für die erfolg­rei­che Reihe „Mana­gers‘ Choice“ aus­er­wählt wurde. Auch der erste Sin­gle Cask Whisky von Laga­vu­lin war ein 1993er. Ebenso die Feis-Ile-Abfüllung von 2008 und der Ila Ins­vla, ein 14-jähriger Whisky exklu­siv für den japa­ni­schen Markt. Kei­ner die­ser Whis­kys hatte jedoch die Gele­gen­heit bekom­men, so lange im Fass zu rei­fen, um noch tief­grei­fen­dere Ver­bin­dun­gen mit dem Holz ein­zu­ge­hen und ein paar „Extra-Aromen“ zu sammeln.

Die­ser Whisky hier stand nur wäh­rend des Jazz Fes­ti­vals zur Ver­kos­tung bereit. Zudem hatte jeder Besit­zer eines gül­ti­gen Ein­tritts­ti­ckets die Mög­lich­keit, eine Fla­sche käuf­lich zu erwer­ben. Die rest­li­chen Fla­schen wur­den anschlie­ßend inner­halb von zwei Wochen in der Destil­le­rie verkauft.

Obwohl ich zu die­ser Zeit nicht auf Islay sein konnte, ergab sich bereits im Okto­ber für mich die Gele­gen­heit, die­sen Whisky erst­mals zu ver­kos­ten. Es sollte nicht das ein­zige Mal bleiben.

Tas­ting Notes


Lagavulin 1993 18y cask 355Laga­vu­lin 1993 18y cask 355 – Islay Jazz
Fes­ti­val 2011
97

Farbe: Altes Gold
Nase:
Ver­brann­tes Holz und Tabak ver­bin­den sich mit fri­schem tor­fi­gem Sherry. Süß­lich, mal­zig und mäch­ti­ger Tor­frauch. Wow, die Nase lässt schon erah­nen, wel­ches Geschmacks­er­leb­nis gleich fol­gen wird!
Geschmack:
Was für ein gigan­ti­scher Antritt. Sehr kom­plex. Noten von Jod gepaart mit gewal­ti­gem Tor­frauch. Nun wie­der süßes Malz mit Anklän­gen von Vanille und fan­tas­tisch ein­ge­bun­de­nem Sherry – total aus­ba­lan­ciert.
Mit Was­ser:
Weni­ger rau­chig, dafür etwas mal­zi­ger.
Finish:
Laaaang, sehr laaaang. Eine Kom­bi­na­tion aus Rauch, medi­zi­ni­schen Noten und einer gewal­ti­gen Por­tion Torf. Tro­ckene Sher­rya­ro­men umla­gert von Eichen­holz­no­ten. Ein gerad­li­ni­ger, kom­pro­miss­lo­ser Abgang, der kein Ende zu neh­men scheint.
Bewer­tung:
Der Wahn­sinn! Danke Iain für die­sen genia­len tor­fi­gen Malt, der genau zum rich­ti­gen Zeit­punkt abge­füllt wurde. Wer Laga­vu­lin liebt, wird die­sen Whisky ver­göt­tern. War 1993 das Lagavulin-Jahr? Für mich das Beste, was ich bis dato von die­ser Destil­le­rie ver­kos­ten durfte. 97 Punkte
Preis:
Aus­ga­be­preis: 79.95 GBP, also etwa 95 Euro
Aktu­el­ler Preis: 400 bis 450 Euro (und jeden Cent wert!)



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