2011 Riesling Niederhäuser Hermannshöhle

Hermannshöhle für 8,20 Euro – wo gibt’s denn das?

Im Weingut Jakob Schneider! Ein genialer 2011er Ries­ling aus der besten Lage an der Nahe. Bei den bekannten Winzern kostet ein Wein dieser Klasse locker das Doppelte. Doch die Schnei­ders müssen vorsichtig kalku­lieren. Sie sind noch nicht so bekannt wie ihre berühmten Nach­barn.

Im Weingut Jakob Schneider! Ein genialer 2011er Ries­ling aus der besten Lage an der Nahe. Bei den bekannten Winzern kostet ein Wein dieser Klasse locker das Doppelte. Doch die Schnei­ders müssen vorsichtig kalku­lieren. Sie sind noch nicht so bekannt wie ihre berühmten Nach­barn.

Die Spitzenlage Hermannshöhle an der Nahe | Foto: © Norbert Krupp
Die Spit­zen­lage Hermanns­höhle an der Nahe | Foto: © Norbert Krupp

Die Hermanns­höhle ist die Spit­zen­lage an der Nahe und eine der besten Ries­ling-Lagen in Deutsch­land. Der Wein­berg ist acht Hektar groß: Vier davon besitzt Dönn­hoff. Dessen Großes Gewächs zählt jedes Jahr zu den höchst bewer­teten Weinen Deutsch­lands. Drei Hektar gehören dem Weingut Jakob Schneider. Dönn­hoff ist welt­be­rühmt, Schnei­ders Ruf reicht kaum über Rheinland-Pfalz hinaus. Und das, obwohl die Weine aller Ehren wert sind.

„Hoch­fein und klas­sisch im besten Sinne“, schrieb der Gault Millau bereits über Schnei­ders 2009er Kollek­tion. Diese hatte dem jungen, erst 29jährigen Geisenheim-Absolventen Jakob Schneider den 2. Platz beim Deut­schen Ries­ling Erzeu­ger­preis des Meininger Verlags einge­tragen – gleich hinter Tim Fröh­lich, dem neuen Shoo­ting­star an der Nahe.

Der Gault Millau lässt seiner Begeisterung freien Lauf

Im neuen Gault Millau lassen die Tester ihrer Begeis­te­rung dann freien Lauf: „Die Über­ra­schung des Jahres stammt von der Mitt­leren Nahe“, schreiben die Tester. „Die Form­kurve des Wein­guts Jakob Schneider aus Nieder­hausen weist seit Jahren steil nach oben.“

Auch Der Fein­schme­cker zollt in seinem kürz­lich erschie­nenen Wein­führer den Schnei­ders die „gebüh­rende Aner­ken­nung“. Ein Wein hatte es den Experten beson­ders angetan: „Uns begeis­terte der saftige, dyna­mi­sche Quali­täts­wein trocken aus der Nieder­häuser Hermanns­höhle…“

In Amerika würde so ein Wein 40 Dollar kosten

2011 Riesling Niederhäuser Hermannshöhle
2011 Ries­ling Nieder­häuser Hermanns­höhle

Das Lob bezieht sich auf den 2010er Jahr­gang dieses Weins. Der Nach­fol­ge­jahr­gang, der jetzt auf dem Markt ist, legt noch einmal einen drauf – und zwar kräftig. Man könnte fast sagen: Einen so satten und dennoch fili­granen Wein haben die Schnei­ders in dieser Preis­ka­te­gorie noch nie erzeugt. Er kostet beschei­dene 8,20 Euro. In Öster­reich würde ein Wein dieser Klasse nicht unter 16 Euro kosten, in Italien mindes­tens 20 Euro, in Kali­for­nien um die 40 Dollar.

Die Rede ist vom 2011er Ries­ling Quali­täts­wein trocken aus der Lage Hermanns­höhle. Ein Wein mit feinen Granny- und Grape­fruit­noten, schief­riger Mine­ralik und einer zarten, nicht zu hohen, aber ausge­spro­chen weinigen Säure, die keinen Zweifel aufkommen lässt, dass dieser Wein noch lange seine Frische bewahren wird.

Teilweise spontan im großen Holzfass vergoren

„Die Trauben waren völlig gesund“, berichtet der Jakob Schneider junior. „Kleine, gold­gelbe Beeren, leicht gespren­kelt, prak­tisch wie gemalt.“ Sie kommen von Reben, die bis zu 35 Jahre alt sind, wurden in den kühlen Morgen­stunden gelesen und auf dem Lese­brett von Hand selek­tiert. Nur die kleinsten, reifsten Beeren wurden für den trockenen Hermannshöhle-Qualitätswein verwendet.

Der Most wurde teils im Edel­stahl, teils in Stück- und Doppel­stück­fäs­sern vergoren, einzelne Partien auch spontan, also ohne Rein­zucht­hefen. Das Ergebnis: ein schnei­diger Ries­ling von dosierter Kraft, mit Sicher­heit lange entwick­lungs­fähig, aber auch jetzt schon mit größtem Genuss zu trinken. Hinrei­ßend!

Kommentar hinzufügen