Die Osterüberraschung: Knipsers Gelber Orleans und weißer Spargel

Ein Geheim­tipp sind die Knip­sers aus Laumers­heim wahr­lich nicht. Doch Ulrich Sautter hat in ihrem Sorti­ment einen Wein gefunden, der wenig bekannt ist, weil er so rar ist: der Gelbe Orleans. Der 2011er sei, so meint unser Mann fürs Beson­dere, der ideale Wein für den ersten Spargel. Versu­chen Sie, ein paar Fläsch­lein zu bekommen.

Ein Geheim­tipp sind die Knip­sers aus Laumers­heim wahr­lich nicht. Doch Ulrich Sautter hat in ihrem Sorti­ment einen Wein gefunden, der wenig bekannt ist, weil er so rar ist: der Gelbe Orleans. Der 2011er sei, so meint unser Mann fürs Beson­dere, der ideale Wein für den ersten Spargel. Versu­chen Sie, ein paar Fläsch­lein zu bekommen.

2011 Gelber Orleans Qualitätswein trockenDen Oscar für Origi­na­lität erhält man nicht, wenn man einen Wein des Wein­guts Knipser empfiehlt. Seit über zwei Jahr­zehnten gehören Werner und Volker Knipser mit ihren Weinen zur deut­schen Wein-Elite. Doch Lange­weile kommt deswegen nicht auf: Das Pfälzer Zwei-Familien-Weingut hat in seiner umfang­rei­chen Sorti­ments­liste immer wieder Außer­ge­wöhn­li­ches zu bieten.

Der Wein, der mir jetzt ins Auge fiel, heißt Gelber Orleans. Er wird aus der gleich­na­migen Rebsorte gekel­tert: eine uralte, fast verges­sene Sorte, die nur noch von zwei Winzern in Deutsch­land ange­baut wird: vom Weingut Georg Breuer in Rüdes­heim und eben von den Knip­sers.

Vom Riesling verdrängt

Die Geschichte des Gelben Orleans ähnelt ein wenig derje­nigen der Sorte Aligoté in Burgund: Im Mittel­alter und noch bis ins 18. Jahr­hun­dert hinein wuchs sie in den berühm­testen Wein­bergen der Côte d’Or, sogar am Montra­chet. Erst danach wurde sie durch den Char­donnay verdrängt. Ähnlich ging es dem Gelben Orleans: Am Rüdes­heimer Berg im Rheingau und am Roten Hang in Rhein­hessen, aber auch in der Mittel­haardt, am Kaiser­stuhl und in der Ortenau wuchs der Gelbe Orleans jahr­hun­der­te­lang, ehe er König Ries­ling Platz machen musste.

Die Sorte wäre wahr­schein­lich verschwunden, hätte sich nicht der dama­lige Geisen­heimer Wein­bau­pro­fessor Helmut Becker in den acht­ziger Jahren auf die Suche nach ihr gemacht. In aufge­las­senen Wein­bergen am Rüdes­heimer Berg fand er noch alte Orleans-Stöcke und begann diese erhal­tungs­züch­te­risch zu bear­beiten. Als einer der ersten pflanzte damals Bern­hard Breuer einen kleinen Versuchs­wein­berg, der bis zum heutigen Tage exis­tiert.

Breuer und Knipser die einzigen Orleans-Winzer

Winzer Werner KnipserEinige Reiser des Gelben Orleans gelangten auch ins Pfälzer Weingut Knipser. 1989 legte Werner Knipser eine erste Versuchs­an­lage mit 20 Stöcken an. Da der Gelbe Orleans als sehr spät reifend beschrieben wird, war die Frage: Wird er in der Pfalz über­haupt reif? Er wurde. Er brachte sogar recht zuver­lässig gesunde, schmack­hafte Trauben hervor – aller­dings mit immer hohen Säure­werten. Noch höheren als beim Ries­ling.

„Ich verstehe schon, dass der Gelbe Orleans vom Ries­ling verdrängt wurde“, erklärt Dirk Rosinski, der im Weingut für den Verkauf zuständig ist. „Die Säure, die er mitbringt, ist sehr markant.“ Zum Spargel wird der Gelbe Orleans im Weingut deshalb nicht ausdrück­lich empfohlen. Doch was für den 2010er richtig sein mag, gilt nicht für den Folge­jahr­gang.

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