Im Juli 2010 entdeckten Taucher in einem Schiffswrack auf dem Grund der Ostsee 162 Champagnerflaschen aus der Zeit um 1850. Fast die Hälfte der Fundstücke ist noch trinkbar. Sie stammen von Jacquesson, Veuve Cliquot und Heidsieck. Am 8. Juni werden sie auf den finnischen Åland-Inseln versteigert.
Wer über das nötige Kleingeld verfügt, sollte am Freitag dieser Woche mitbieten: Ab 15 Uhr werden im Kultur- und Kongresszentrum von Mariehamn, der Hauptstadt der halbautonomen finnischen Inselgruppe Åland, elf der wohl ältesten Champagnerflaschen der Welt versteigert.
Sechs Flaschen stammen aus dem Hause Juglar, das bereits seit 1829 nicht mehr existiert und von Jacquesson übernommen wurde. Vier kommen von Veuve Clicquot und eine von Heidsieck unter den Hammer. Sie werden auf den Zeitraum zwischen 1841 und 1850 datiert. Laurie Matheson und Luc Dabadie, die Weinspezialisten des mit der Versteigerung beauftragten Pariser Auktionshauses Artcurial Briest – Poulain – F. Tajan, setzen den Wert jeder dieser Flaschen mit 10.000 bis 15.000 Euro an.
Geheimnisvolles Schiffswrack in 50 Metern Tiefe
Der Fund im Juli 2010 war eine Sensation und liest sich wie ein Abenteuerroman: Taucher entdecken im Schärenmeer vor dem Ostseearchipel Åland am Eingang des Bottnischen Meerbusens zwischen Schweden und dem finnischen Festland ein geheimnisvolles Schiffswrack. Woher der Schoner stammte und wohin seine letzte Reise ging, ist bis heute ein Rätsel. Wahrscheinlich ist er kurz vor der Mitte des 19. Jahrhunderts gesunken.
An Bord hatte er insgesamt 162 Flaschen besten französischen Champagners. Manche Historiker vermuten, die Flaschen seien für den russischen Zarenhof in St. Petersburg bestimmt gewesen. Bewiesen werden konnte das noch nicht. Fakt ist jedoch, dass die Flaschen schätzungsweise 170 Jahre in 50 Metern Tiefe ruhten.
Optimale Lagerbedingungen für Champagner
Aufgrund des konstanten Drucks, einer Temperatur von 4 bis 6 Grad Celsius und der absoluten Dunkelheit auf dem Meeresgrund hat der Schaumwein die Zeit nahezu unbeschadet überstanden, wie Analysen zeigten.
Der renommierte Champagner-Experte Richard Juhlin, der 2010 zusammen mit dem Veuve Clicquot-Önologen François Hautekeur die Champagner probieren durfte, war jedenfalls begeistert.
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