Fleu­rie: Ein per­sön­li­cher Favo­rit: Diese Weine wei­sen ein fas­zi­nie­ren­des Gleich­ge­wicht zwi­schen Kraft und Finesse auf: präch­tige Frucht, gleich­zei­tig feminin-floral, in den bes­ten Jah­ren eine etwas rauere Art auf­wei­send, haben sie die Fähig­keit, 15 Jahre und mehr zu altern, die Bes­ten sogar län­ger als 25 Jahre. Einen spek­ta­ku­lä­ren Aus­blick auf die Umge­bung hat man von der Spitze des Ber­ges Fleu­rie aus. Das ein­drucks­volle Pan­orama umrahmt eine win­zige, alte Kapelle, die wäh­rend der Reblaus-Epidemie von 1872 aus der schie­ren Ver­zweif­lung der Bau­ern her­aus errich­tet wor­den ist: Sie woll­ten damit ein Opfer brin­gen – als Gegen­leis­tung für den ver­meint­lich gött­lich gelenk­ten Rück­gang die­ser Plage.

Juliénas | Foto: Ile-de-re (Quelle: wikipedia.de)Julié­nas: Benannt nach Julius Cäsar höchst­per­sön­lich und von den Ein­woh­nern als ers­ter bepflanz­ter Wein­berg des Beau­jo­lais bezeich­net (was einen Streit mit den Bewoh­nern von Rég­nié aus­löste). Julié­nas’ Wein ist von fei­ne­rer Art: Auf dem san­di­gen Gra­nit­bo­den bekommt der Wein eine Tann­in­struk­tur, die nie­mals grob­kör­nig oder hart aus­fällt. Eine fri­sche Säure unter­stützt die elegant-blumigen Noten, die das Mar­ken­zei­chen die­ses Crûs sind. Juliénas-Weine besit­zen kein gro­ßes Alte­rungs­ver­mö­gen, doch zwei oder drei Jah­ren ver­fei­nern sie sich pro­blem­los auf der Flasche.

Ché­nas: Nörd­lich von Moulin-à-Vent gele­gen, tei­len sich die Weine die­ser Appel­la­tion die mas­ku­li­nen Attri­bute mit den Wei­nen die­ses benach­bar­ten Crû. Sie sind kräf­tig, kan­tig und fül­lig, bis­wei­len sogar aggres­siv in ihrer Jugend. Sie benö­ti­gen, wenn sie jung sind, einige Stun­den in der Karaffe. Ein fei­ner Ché­nas ist eine Rarität.

Moulin-à-Vent | Foto: Ile-de-re (Quelle: wikipedia.de)Moulin-à-Vent: Die­ser Crû hat sei­nen Namen von einer alten Wind­mühle bekom­men, die auf einem der Hügel thront. Die Weine, die hier pro­du­ziert wer­den, sind tan­nin­be­tont, kan­tig, mine­ra­lisch. Sie brau­chen etli­che Jahre im Kel­ler, um ihre Frucht zu ent­wi­ckeln und sich in ihrer gan­zen Pracht zu offen­ba­ren. Das kann locker 15 Jahre dauern.

Mor­gon: Ein Anbau­ge­biet, das viel­fäl­tige Gamay-Stile her­vor­bringt. In eini­gen Fäl­len las­sen sich die Weine sehr früh trin­ken, andere, etwa die der Côte du Py genann­ten Unter­zone, kön­nen in bestimm­ten Jahr­gän­gen, erzeugt von bestimm­ten Win­zern, glatt mit einem guten Savigny-Les-Beaune von der Côte d’Or ver­wech­selt wer­den, ja über­le­ben die­sen mög­li­cher­weise im Kel­ler. Der rote Schie­fer sorgt für Mine­ra­li­tät und ver­leiht dem Wein Mus­keln, wie sie ein Bur­gun­der von der Côte de Beaune auf­weist. Die Bes­ten altern ebenso gut wie die Weine aus Moulin-à-Vent.

Im letz­ten Teil der Beaujolais-Trilogie beschreibt Jus­tin Leone die inter­es­san­tes­ten Win­zer des Anbau­ge­biets und plä­diert dafür, die Weine nicht nach den übli­chen Bewer­tungs­sys­te­men zu beurteilen.

[Über­tra­gung ins Deut­sche: weinkenner.de]


Lesen Sie den eng­li­schen Ori­gi­nal­text auf Seite 4.




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