Die zehn ver­schie­de­nen Crûs

Blick auf den Mont Brouilly | Foto: Pascal (Quelle: wikipedia.de)Brouilly: Wei­cher, femi­ni­ner, sinn­li­cher Gamay-Stil mit Aro­men, die viel­leicht genauso „blau“ wie „rot“ sind: Hände vol­ler Bee­ren – von Kir­schen bis zu Hei­del­bee­ren. Eben­falls inter­es­sant  zu wis­sen ist, dass Brouilly eine ziem­lich ein­zig­ar­tige Stel­lung inne­hat: Denn dies ist die ein­zige Gemeinde im Beau­jo­lais, in der Weine auch aus ande­ren Reb­sor­ten als der roten Gamay her­ge­stellt wer­den dür­fen, dar­un­ter Char­don­nay, Ali­goté und Melon de Bour­go­gne (die sich auch im Wein­bau­ge­biet Musca­det Sevre-et-Mains an der Loire findet).

Côte de Brouilly: Hier grün­det sich die Qua­li­tät der Weine auf alte, ver­lo­schene Vul­kane, die ein hüge­li­ges, fast ber­gi­ges Ter­rain erschaf­fen haben und ein­ma­lige Ter­ro­irs bie­ten, wie sie sonst in Frank­reich kaum vor­kom­men. Die­ses Anbau­ge­biet bringt Weine her­vor, die typi­scher­weise noch rei­cher, tie­fer und kon­zen­trier­ter sind als die aus der angren­zen­den Appel­la­tion Brouilly. Sie sind ein biss­chen schrof­fer und kön­nen mit Leich­tig­keit vier und mehr Jahre altern.

Chirouble | Foto: © Daniel Gillet / Inter BeaujolaisChi­rou­bles: So wie allein der Name Bil­der von bezau­bern­den, geflü­gel­ten Nym­phen mit locki­gem Haar wach­ruft, sind auch die Weine aus die­ser Gemeinde cha­rak­te­ris­ti­scher­weise recht zart, fein duf­tend, viel­leicht etwas flo­ra­ler als andere Beaujolais-Weine, dazu mit einem sanf­ten Pro­fil von roter Frucht und einer wun­der­ba­ren Säure. Das liegt mög­li­cher­weise daran, dass sich die Wein­berge in eini­gen der höchs­ten Lagen die­ser Region befin­den. Übli­cher­weise las­sen sich diese Weine am bes­ten jung genießen.

Rég­nié: Als erste Region im Beau­jo­lais, die von den Römern bepflanzt wurde, blieb diese Appel­la­tion selt­sa­mer­weise bis 1988 ohne Namen – bis sie schließ­lich in den Crû-Status erho­ben wurde. Die Frucht die­ser Weine gestal­tet sich inten­si­ver, mit einer etwas dunk­le­ren, tie­fe­ren Rot­schat­tie­rung. Sie erlan­gen jedoch nicht so viel Tan­nin, dass man sie zu den Vin de Garde, also den für eine lange Fla­schen­la­ge­rung geeig­ne­ten Wei­nen zäh­len könnte. Sie sind eben­falls – mehr oder weni­ger – für den zei­ti­gen Genuss bestimmt.

Saint-Amour: Eine Appel­la­tion, die einen leich­ten Wan­del zu einem der erns­te­ren Weine der Region begon­nen hat. Einer­seits las­sen sich dort recht ein­fa­che, süf­fige Bei­spiele fin­den, die sofort nach dem Abfül­len getrun­ken wer­den kön­nen und nicht mehr allzu viel durch eine Extra-Lagerung gewin­nen. Andere hin­ge­gen, die im tra­di­tio­nel­len Bur­gun­der­stil her­ge­stellt wer­den, ent­wi­ckeln deut­lich wür­zige, erdige Noten mit noch ande­ren fas­zi­nie­ren­den Aro­men von Obst – nicht ein­ge­schränkt auf die zu erwar­ten­den roten Bee­ren. Einige die­ser Weine kön­nen ohne Pro­bleme zehn Jahre und län­ger im Kel­ler reifen.



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