Weisses Rauschen | Weingut Tesch

In Vino veritas – Von Zufall, Wein und Weißem Rauschen

Was haben Wein, Zufall, gute Freunde und die Toten Hosen mitein­ander zu tun? Das wird auf jeden Fall eine gute Geschichte sein. Findet Andreas Bühl. 

Was haben Wein, Zufall, gute Freunde und die Toten Hosen mitein­ander zu tun? Das wird auf jeden Fall eine gute Geschichte sein. Findet Andreas Bühl. 

Ich möchte gleich meine Neigung zu mathe­ma­ti­schen Spie­le­reien einge­stehen. Aber was soll Mathe­matik mit Wein zu tun haben? Wir sind hier schließ­lich ein Wein-Magazin und kein Schuls­e­minar. Wenn ich jetzt noch behaupte, dass Die Toten Hosen mit von der Partie sind, richtig: die Band, und das ganz ohne Jäger­meister, scheint es ziem­lich obskur zu werden. Abwarten. Denn immerhin geht es hier um Wahr­schein­lich­keit.

Genauer gesagt: um Weißes Rauschen. Eine der einfachsten mathe­ma­ti­schen Zufalls­ver­tei­lungen, bei der, grob gesagt, jedes Ereignis in einem bestimmten Bereich gleich wahr­schein­lich ist. Wer eine moderne Stereo­an­lage zu Hause hat, kann Weißes Rauschen auch hören. Wenn die Anlage sich einmisst, ertönt es hörbar aus den Laut­spre­chern. Weil es in jedem Frequenz­be­reich mit glei­cher Laut­stärke ertönt.

Und wo bleibt die Verbin­dung zum Wein? Hier kann Martin Tesch weiter­helfen. Der hat nämlich in 2009 einen Ries­ling „Weißes Rauschen“ vorge­stellt, für die Fans einer Band: Die Toten Hosen. Deren gleich­na­miger Song schließt mit jenen Zeilen, die auch auf dem Rücke­ti­kett des Weins zu finden sind:

Es ist so ein langer Weg
zurück zu Dir,
zurück zu mir,
zurück zu uns.

Und mit dem Wein beginnt die Geschichte. Denn mein Freund Andreas war genauso begeis­tert von Teschs Idee wie ich und so haben wir uns gemeinsam ein Sixpack „Weißes Rauschen“ bestellt. Andreas stellte fest: der verbreitet ja auch im tiefsten Winter die Sommer­stim­mung eines Open-Air Festi­vals! Ob er wohl meiner Freundin gefällt? Sie trinkt lieber Bier oder Rotwein. Er ruft sie an und – wie zufällig – war einer der ersten Sätze: „Heute hätte ich irgendwie Lust auf Weiß­wein, nur leider keinen da“. Staunen. Ab in die U-Bahn.

Sie wohnt etwas außer­halb von München, mit dem Nahver­kehr so lange unter­wegs, dass man das ganze Hosen-Album „Zurück zu Glück“ komfor­tabel durch­hören kann.
Es ist so ein langer Weg zurück zu Dir, zurück zu mir, zurück zu uns.

Sie schaut die Flasche an, die Andreas in der Hand hält: „Das gibt’s ja nicht! Die sind eine meiner Lieb­lings­bands!“

Jeder kennt diese Situa­tionen, in denen die großen und kleinen Zahn­räd­chen gar wundersam inein­an­der­greifen, man kurz inne­hält und sich kopf­schüt­telnd freut, wenn alles einfach passt. Zufall? Das wäre es, wenn der Wein nicht „Weißes Rauschen“ hieße. So aber hat es nichts mit Zufall zu tun. Genauso wenig über­rascht es, dass er Andreas‘ Freundin auch geschmeckt hat. Wein allein ist eben niemals gut, es muss auch die Geschichte gut sein, die er erzählt.

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