Paris Hilton | Foto: Chesi - Fotos CC

Glamour aus der Dose: Paris Hiltons “Rich Secco”-Prickelbrause

Nein, Paris Hilton ist keine Winzerin. Das würde ja ihre teuer mani­kürten Finger­nägel ruinieren! Obwohl: Man kann es sich fast bild­lich vorstellen, wie die party­er­probte Hote­lerbin in Loubou­tins und exklu­sivem Desi­gner­fummel durch Reihen von Rebstö­cken stakst und liebe­voll die Trauben von Hand liest. Tja, leider ist das verkaufs­tüch­tige It-Girl aus New York bloß das Gesicht einer Werbe­kam­pagne für Prosecco – und der kommt auch noch in Dosen daher. Von Kathrin Noll

Nein, Paris Hilton ist keine Winzerin. Das würde ja ihre teuer mani­kürten Finger­nägel ruinieren! Obwohl: Man kann es sich fast bild­lich vorstellen, wie die party­er­probte Hote­lerbin in Loubou­tins und exklu­sivem Desi­gner­fummel durch Reihen von Rebstö­cken stakst und liebe­voll die Trauben von Hand liest. Tja, leider ist das verkaufs­tüch­tige It-Girl aus New York bloß das Gesicht einer Werbe­kam­pagne für Prosecco – und der kommt auch noch in Dosen daher. Von Kathrin Noll

„Rich“ nennt sich der Schaum­wein mit dem Glamour­faktor. Hinter „Rich“ steht der öster­rei­chi­sche Hote­lier und Gastronom Günther Aloys. In seinen beiden Desi­gn­ho­tels in Ischgl steigt die inter­na­tio­nale Promi­nenz ab. Mit dem „Rich Prosecco“ hat er sich nun auch auf dem Geträn­ke­markt etabliert. 4 Millionen Dosen sollen allein 2007 in Deutsch­land verkauft worden sein – nicht zuletzt durch die Promo-Auftritte der Hilton. Erst Anfang des Jahres tingelte die 30-Jährige wieder mal durch die Repu­blik und hielt in Frank­furt und Stutt­gart die gold­glän­zenden Alub­lech­dosen mit Bambi-Blick werbe­wirksam in die Kamera. Und natür­lich trinkt sie auch privat nichts anderes als das neue In-Getränk der Schönen und Reichen. Das ist im Super­markt um die Ecke schon für 1,99 Euro zu haben.

Weinbauern gehen auf die Barrikaden

Hiltons güldene Dosen waren für die italie­ni­schen Prosec­co­bauern zu viel des Guten: Sie gingen auf die Barri­kaden. Um sich vor unlieb­samer auslän­di­scher Konkur­renz zu schützen, forderten sie von der EU ein Güte­siegel, eine DOC-Ursprungsgarantie und gleich­zeitig einen anderen Namen für die Rebsorte Prosecco. Mit Erfolg: Seit 1. August 2009 heißt die Sorte Prosecco nun offi­ziell „Glera“, und Prosecco darf sich nur ein Wein – egal, ob prickelnd oder nicht – nennen, der aus einem fest­ge­legten Anbau­ge­biet kommt. Darüber hinaus darf er nur noch in bestimmten Provinzen Italiens abge­füllt werden. Und: Auf Dosen ist die Bezeich­nung Prosecco nicht mehr erlaubt. Vorge­schrieben sind Glas­fla­schen, die weiß, gelb, grün, braun oder grau-schwarz sein müssen – und ohne modi­schen Kron­korken.

Seitdem heißt Paris‘ Lifestyle-Prickelbrause nur noch „Rich Secco“, was keinen weiter stört. Auch geschmack­lich tut sie – gut gekühlt – keinem weh, wenn man nicht allzu hohe Erwar­tungen hat. Und so feiern und flirten die jungen, hippen Party-People weiterhin in den Szeneclubs dieser Welt mit cool designten Dosen in den Händen – und häss­li­chen Schlürf­ge­räu­schen. Fällt aber gar nicht auf, weil ja viel­leicht auch nur die Platte des Star-DJs ein biss­chen kratzt.

Secco Rosé „befreit die Gedanken“

Neben der Stan­dard­ver­sion „Rich Secco“ aus der Glera-Traube gibt es den „Perl­wein der Extra­klasse“, wie der Hersteller wirbt, in weiteren tren­digen Geschmacks­rich­tungen. Der „Rich Secco Rosé“, produ­ziert aus der Raboso-Traube, duftet nach Himbeeren und Erdbeeren – „befreit die Gedanken“, „verleiht Gelas­sen­heit und Zuver­sicht“. So steht es auf der „Rich“-Website geschrieben. Ein medi­ta­tiver Genuss also. Extra­va­ganz soll hingegen „Rich Cham­pers“ bieten, „eine Sonder­edi­tion aus der Pinot-Noir-Rebe“ und „wahr­schein­lich das edelste Getränk, das jemals in Dosen abge­füllt wurde“. So, so.

Den Sommer­ur­laub kann man sich übri­gens dank des „Rich Venice“ getrost sparen. Die Secco-Mixtur soll den Gaumen mit dem Geschmack von herben italie­ni­schen Kräu­tern und einem Hauch von Orange umschmei­cheln: „Man fühlt sich in südlän­di­sche Land­schaften versetzt und träumt von Pini­en­wäl­dern, dem Meer und der unver­gleich­li­chen Lebens­qua­lität Italiens.“ Cin cin!

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