Im VDP rumort es: Droht oder winkt eine neue Lagenklassifikation?

Mrz 262011

Hin­ter den Kulis­sen des VDP rumort es. Füh­rende Köpfe im Ver­band, allen voran Hans-Jörg Reb­holz, möch­ten die beste­hende Lagen­klas­si­fi­ka­tion refor­mie­ren. Ihre Idee: Die GG tra­gen nicht mehr den Namen der Ers­ten Lage, son­dern nur noch die Bezeich­nung des jewei­li­gen Flur­na­mens auf dem Eti­kett. Die uner­war­tete Ent­de­ckung der Rhein­gauer Gewan­nen­karte von 1867 durch den FAZ-Journalisten Daniel Deckers kam da gerade recht. Von Ulrich Saut­ter und Jens Priewe

Hans-Jörg RebholzVor einer Woche erhiel­ten alle Wein­jour­na­lis­ten in Deutsch­land Post vom VDP. Die Prä­di­kats­wein­gü­ter luden anläss­lich der Main­zer Wein­börse (15./16. April 2011) zu einer Podi­ums­dis­kus­sion ein. Thema: “Quo vadis Deut­scher Wein­bau? Zun­kunft mit Herkunft”.

Der harm­lose Titel lässt nichts über die Bri­sanz der Ver­an­stal­tung ahnen. Tat­säch­lich geht es um ein ganz heik­les Thema: eine neue Klas­si­fi­ka­tion der deut­schen Spit­zen­la­gen und die Kon­squen­zen dar­aus für die Gro­ßen Gewächse und die ande­ren Weine. Vor allem das Prä­si­dium (mit Stef­fen Christ­mann an der Spitze) sowie die Regio­nal­ver­bände Pfalz (mit Hans-Jörg Reb­holz) und Nahe (mit Armin Diel) drän­gen auf eine Reform der aktu­el­len Rege­lung. Kon­kret gesagt, geht es darum, die alte Lagen­viel­falt aus der Zeit vor 1971 wie­der her­stel­len. Zwei Sze­na­rien ste­hen zur Diskussion:

Das erste Szenario

Logo Großes GewächsEs trennt zwi­schen Ers­ter Lage und Gro­ßem Gewächs. Das heißt: Die Güter dür­fen in der Ers­ten Lage nur das GG und kei­nen wei­te­ren Wein tro­cke­nen Wein unter dem jewei­li­gen Lagen­na­men erzeu­gen. Bei­spiel: Das Wein­gut Emrich-Schönleber an der Nahe müsste sich für ihre Zweit­weine vom Halen­berg und vom Früh­lings­plätz­chen künf­tig neue Namen suchen. Die Bezeich­nun­gen Halen­berg und Früh­lings­plätz­chen wären dann – im Gegen­satz zur jet­zi­gen Rege­lung – aus­schließ­lich für die GG reserviert.

Das zweite Szenario

Es ersetzt die heu­ti­gen Namen der Ers­ten Lagen durch jene Klein­la­gen­na­men (Flur- und Gewan­ne­na­men), die im Zuge des Wein­ge­set­zes 1971 ver­schwun­den waren. Das Würz­bur­ger Bür­ger­spi­tal müsste sein GG vom Würz­bur­ger Stein dann zum Bei­spiel unter dem Gewann-Namen “Hage­mann” auf den Markt brin­gen. Die Bezeich­nung “Würz­bur­ger Stein” würde frei für den tro­cke­nen Ries­ling Kabi­nett und den tro­cke­nen Sil­va­ner Kabi­nett, die “Brot- und But­ter­weine” des Spitals.



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