Etikett Chateau Margaux

Bordeaux 2010 – Der erste Premier Cru ist raus: Château Margaux +9%

Château Margaux über­raschte den Markt gestern Vormittag mit einer maßvollen Preis­stei­ge­rung von 9% auf 600 Euro pro Flasche. Doch gleich­zeitig erhöhte das Château den Preis seines Zweit­weins Pavillon Rouge um sagen­hafte 107%. Parker verhöhnt die en-primeur-Kampagne inzwi­schen als „Idioten-Roulette“. Frank­reichs Außen­mi­nister Alain Juppé, zugleich Bürger­meister von Bordeaux, versucht zu beschwich­tigen: „Die Preise spie­geln den Markt wider.“

Château Margaux über­raschte den Markt gestern Vormittag mit einer maßvollen Preis­stei­ge­rung von 9% auf 600 Euro pro Flasche. Doch gleich­zeitig erhöhte das Château den Preis seines Zweit­weins Pavillon Rouge um sagen­hafte 107%. Parker verhöhnt die en-primeur-Kampagne inzwi­schen als „Idioten-Roulette“. Frank­reichs Außen­mi­nister Alain Juppé, zugleich Bürger­meister von Bordeaux, versucht zu beschwich­tigen: „Die Preise spie­geln den Markt wider.“

Etikett Château MargauxAlain Juppé, Bürger­meister von Bordeaux und fran­zö­si­scher Außen­mi­nister, erklärte auf der letzte Woche zu Ende gegan­genen Wein­messe Vinexpo, die derzeit aufge­ru­fenen Preise spie­gelten nur die Nach­frage des Marktes wider. Tatsäch­lich war der Markt gestern bereit, die gefor­derten Preise zu zahlen. Die Quotie­rung für den Margaux klet­terte binnen kurzer Zeit von 600 auf 660 Euro. Und der Pavillon Rouge ging  trotz der exor­bi­tanten Preis­er­hö­hung auf 108 Euro pro Flasche locker weg. Zuletzt wurden für ihn sogar 120 Euro geboten.

Fach­leute sehen den Grund für die Akzep­tanz der hohen Preise in dem Umstand, dass  diese immer noch unter dem Preis liegen, die aktuell für Futures auf die 2009er gezahlt werden – selbst beim Pavillon Rouge. Außerdem waren die ange­bo­tenen Mengen gering. Die Stunde der Wahr­heit schlage erst, wenn die 2. und die 3. Tranche offe­riert werden. Dann zeige sich, wie groß die Aufnah­me­be­reit­schaft des Marktes wirk­lich ist.

Bordeaux kein Must Buy mehr?

Einige Zeichen deuten aller­dings darauf hin, dass Markt­teil­nehmer genervt, ja gelang­weilt auf die zöger­liche Kampagne reagieren. Die Zahl derer, für die ein Bordeaux zu diesen Preisen ein must buy ist, scheint abzu­nehmen. Der engli­sche Wein­kri­tiker Tim Atkin spricht in seinem Blog von einer „gewissen Müdig­keit“ des Marktes gegen­über den kursie­renden Super­la­tiven wie „Jahr­hun­dert­wein“.
Die engli­sche Finan­cial Times verweist darauf, dass die Budgets vieler Händler nach der Vorjahres-Bonanza um den 2009er erschöpft seien. Es fehle zumin­dest in Europa und in Amerika an Liqui­dität. Frisches Geld komme derzeit prak­tisch nur aus Asien.

Aber auch in Hong­kong ist der Hype nicht gren­zenlos. „Haben die Chinesen die Nase voll von Lafite?“, fragen die Analysten des Londoner Fine Wine Index Liv-Ex ange­sichts stagnie­render Preise. Cos d’Estournel, ein gefragter Super Second, kam gestern vorsichts­halber mit einem Minus von knapp 6% auf den Markt, Ducru Beau­caillou sogar mit einem Minus von 30%. L’Evangile hatte sich schon letzten Freitag nicht getraut, seinen Preis zu erhöhen.

Auch die Châteaux scheinen unsi­cher zu sein. Robert Parker, der den Jahr­gang 2010 hoch­ge­schrieben hatte, bezeich­nete auf seiner Website www.erobertparker.com die dies­jäh­rige en-primeur-Kampagne als „Idioten-Roulette“. Seine Punkt­wer­tungen sind für Anleger jedoch wich­tiger als seine Markt­kom­men­tare.

Auf Seite 2: die Preise

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