„Blood Into Wine“: zwei Weinpioniere im Wilden Westen

Maynard James Keenan ist ein Rock­star. Mit seinen Bands „Tool“, „A Perfect Circle“ und „Puscifer“ hat er in der letzten beiden Jahr­zehnten welt­weit mehr als 30 Millionen Alben verkauft. Seit einigen Jahren betreibt er Wein­anbau in der Wüste von Arizona – unter extremen klima­ti­schen Bedin­gungen. Die selbst­iro­ni­sche Doku­men­ta­tion „Blood into Wine“ erzählt von dieser Pionier­ar­beit und einem außer­ge­wöhn­li­chen Künstler, für den seine Winzer-Karriere mehr ist als nur eine Laune.

Maynard James Keenan ist ein Rock­star. Mit seinen Bands „Tool“, „A Perfect Circle“ und „Puscifer“ hat er in der letzten beiden Jahr­zehnten welt­weit mehr als 30 Millionen Alben verkauft und etliche Grammys gewonnen. Seit einigen Jahren betreibt er zusammen mit seinem Mentor Eric Glomski Wein­anbau in der Wüste von Arizona – unter extremen klima­ti­schen Bedin­gungen. Die selbst­iro­ni­sche Doku­men­ta­tion „Blood into Wine“ erzählt von dieser Pionier­ar­beit und einem außer­ge­wöhn­li­chen Künstler, für den seine Winzer-Karriere mehr ist als nur eine Laune.

Maynard James Keenan meint es ernst mit dem, was er tut. Abseits des Main­streams hat er sich mit seiner Band „Tool“ als einer der einfluss­reichsten Rock­mu­siker unserer Zeit etabliert. Seit einigen Jahren hat der eigen­wil­lige, medi­en­scheue Künstler das Leben im Tourbus, umgeben von Deka­denz, gegen die harte Arbeit im Wein­berg einge­tauscht. Nicht aus einer Laune oder Profit­gier heraus, sondern aus tiefer Über­zeu­gung. Das machen schon die ersten Szenen der viel beach­teten Kino­do­ku­men­ta­tion „Blood into Wine“ deut­lich.

http://youtu.be/5q13-hwtK5o

Keine Winzer wie alle anderen

Der Wein­anbau ist Teil von Keenans Gesamt­kon­zept als Künstler, seine Annä­he­rung an das Thema von philo­so­phi­scher, spiri­tu­eller Natur. Er versteht Wein als „gött­li­ches Wesen“. Die Wein­traube sei weiter­ent­wi­ckelt als jede andere Frucht, so Keenan. Mit seinem Mentor, dem Önologen Eric Glomski, teilt er den Ehrgeiz sowie das unbe­dingte Streben nach Qualität und Nach­hal­tig­keit. Und beide sind sich einig, dass sie keine Winzer wie alle anderen sein wollen.

Blood into Wine: Maynard James Keenan in seinem Weinberg | Foto: Sony MusicDeshalb wachsen Keenans Rebstöcke auch nicht in Napa Valley oder Sonoma County, sondern im Verde Valley, nahe dem 343-Einwohner-Städtchen Jerome in Arizona – mitten im Wilden Westen. Die Land­schaft ist karg – bizarre Fels­for­ma­tionen, Kakteen, viel Staub, wenig Wasser. Es über­rascht nicht, dass die NASA die Gegend zu Test­zwe­cken für ihre Mars­mis­sionen nutzt.

Hier Wein anzu­bauen, ist eine Grenz­er­fah­rung: Neben Frost­pe­ri­oden im Winter, mons­un­ar­tigen Regen­fällen im Sommer, hoher Luft­feuch­tig­keit, örtli­cher Büro­kratie und uralten Wasser­rechten stellen auch Schäd­linge, Wasch­bären und anderes Getier Keenan und Glomski vor immer neue Heraus­for­de­rungen. Etwa wenn des Nachts Nabel­schweine einfallen und vier Spaliere Sangiovese-Trauben restlos abfressen. Trotzdem glauben die beiden an das Poten­zial dieses unwirt­li­chen, vulka­ni­schen Land­strichs.

Kommentar hinzufügen