Blanc de noir: Der Wein, den niemand braucht

Aug 252011

Deutsch­lands Win­zer haben ein neues Ste­cken­pferd. Es heißt Blanc de noir. Zu Deutsch: Weiß­wein aus roten Trau­ben. In die­sem Fall meist Spät­bur­gun­der. So wohl­klin­gend der fran­zö­si­sche Name auch sein mag – der durch­schnitt­li­che deut­sche Blanc de noir spricht die­ser Bezeich­nung Hohn. Meist ist er nur ein kom­plett farb­lo­ses, wäss­ri­ges Etwas. Eine Pole­mik von Ulrich Sautter

Erin­nern wir uns: Die Bezeich­nung Blanc de noir stammt aus der Cham­pa­gne. Dort wer­den die roten Sor­ten Pinot noir (Spät­bur­gun­der) und Pinot Meu­nier (Schwarz­ries­ling) stets zu Weiß­wein gekel­tert. Die­ses Kunst­stück, einen Wei­ßen (blanc) aus Trau­ben mit dunk­ler Bee­ren­haut (de noir) zu machen, gelingt nur, wenn man die Trau­ben nach der Lese sehr schnell abpresst. Denn das Frucht­fleisch, aus dem der Saft rinnt, ist farb­los, die Farb­stoffe sit­zen ein­zig in der Bee­ren­haut. Bringt man gesunde, unver­letzte Trau­ben vom Stock direkt zur Kel­ter, haben die Farb­stoffe keine Zeit, aus der Schale in den Most über­zu­tre­ten. Von der Kel­ter fließt ein hel­ler Most. Die Deli­ka­tesse sei­ner Aro­men ist eines der vie­len bewun­derns­wer­ten Motive eines guten Champagners.

Nun höre ich schon die empör­ten Zwi­schen­rufe: Warum soll das nur in Frank­reich funk­tio­nie­ren? Wein-Chauvinist! Doch ich ant­worte: Denk­feh­ler! Es geht hier nicht um Deutsch­land oder Frank­reich, es geht um die Moti­va­ti­ons­lage der Win­zer. In der Cham­pa­gne sind es gesunde, reife, hoch­wer­tige Trau­ben, die so behan­delt wer­den. Schließ­lich die­nen die mit dunk­len Sor­ten bestock­ten Wein­berge ein­zig und allein der Pro­duk­tion von Blanc de noir (in Frank­reich übri­gens meist Blanc de noirs geschrieben).

Aus Trau­ben drit­ter Wahl gewonnen

Hier­zu­lande hin­ge­gen stre­ben die Win­zer zual­ler­erst danach, Rot­wein zu kel­tern. Die reifs­ten, gesün­des­ten Trau­ben, sei es Spät­bur­gun­der, sei es eine andere dun­kel­far­bige Sorte, blei­ben ganz selbst­ver­ständ­lich der Erzeu­gung von Rot­wein vor­be­hal­ten! Aus den zweit­bes­ten Trau­ben oder aus dem Ablauf­saft einer Rotwein-Maische macht man pas­tell­far­be­nen Weiß­herbst oder Rosé. Und wel­che Trau­ben nimmt man für den Blanc de noir?

Um diese Frage zu beant­wor­ten, soll­ten wir einen Blick in die mäßig appe­tit­li­chen Tie­fen der Kel­ler­tech­nik wer­fen. Der durch­schnitt­li­che deut­sche Win­zer näm­lich hat bei der Blanc de noir-Pro­duk­tion zwei Pro­bleme: Ers­tens ste­hen ihm nur ange­faulte Trau­ben zur Ver­fü­gung – die gesun­den braucht er ja für den Rot­wein (hoffentlich!).

Zwei­tens fin­den in Bot­ti­chen mit ange­matsch­tem Lese­gut die Farb­stoffe der Bee­ren­haut in kür­zes­ter Zeit den Weg in den Saft. Und da dann schon alles schwimmt, bevor die Ernte auf der Presse ist, lösen sich auch die muf­fi­gen Aro­men des Fäulnis-Pilzes Botry­tis cine­rea in den Most. Ahnen Sie, was ich meine?


  36 Antworten zu “Blanc de noir: Der Wein, den niemand braucht”

  1. Ich finde dass ist unsinn was Sie hier schrei­ben, denn Win­zer die Qua­li­täts­be­wusst sind neh­men nicht die dritte Wahl der Trau­ben, son­dern erst­klas­sige Qua­li­tät.
    Wenn Sie ihn per­sön­lich nicht mögen, dann ist es Ihre Sache, aber des­halb sollte man den Blac de Noir nicht schlecht­re­den. Es geht hier um den Geschmak des Spät­bur­gun­ders und die­sen mal nicht als Rot­wein der natür­lich vol­ler im Geschmack ist.Außerdem ver­wen­den wir zum Bei­spiel keine fau­len Trau­ben, son­dern gesun­des und hoch­wer­ti­ges Lesegut.

    Mit freund­li­chen Grüßen

    Clau­dia Keller

    • Sehr geehrte Frau Keller,

      dass man blanc de noirs auch auf seriöse Weise pro­du­zie­ren kann, will ich gar nicht bestrei­ten. Wenn einem bei gelun­ge­nen Exem­pla­ren die fei­nen Pinot-Aromen aus dem Glas ent­ge­gen­kom­men: wun­der­bar. Nach sol­chen Wei­nen lohnt es sich durch­aus zu suchen, schi­cken Sie mir doch mal ein Mus­ter. Doch die Rea­li­tät auf dem Wein­markt sieht anders aus. 80 Pro­zent aller blanc de noirs sind ent­we­der neu­tral oder pil­zig. Wo der klas­si­sche Weiß­herbst den Vor­zug hat, dass seine satte Frucht den Man­tel des Ver­ges­sens über even­tu­elle Botry­tis­no­ten deckt, da ste­hen viele blanc de noirs-Weine eher “aus­ge­zo­gen” da.

      Beste Grüße, Ulrich Sautter

  2. Guten Abend,
    schließe mich den Wor­ten von Frau Kel­ler an, haben soeben einen fei­nen Blanc De Noir
    Vom Wein­gut Sieg­bert Bimmerle,Baden getrun­ken.
    Viele Grüße aus Düs­sel­dorf
    Peter Prasß

  3. Sehr geehr­ter Herr Prasß,

    dar­auf kann ich eigent­lich nur das­selbe ant­wor­ten, was ich auch schon Frau Kel­ler geant­wor­tet habe. Im übri­gen freut es mich, dass mein Text immer noch gele­sen wird :-)

    Beste Grüße, Ulrich Sautter

  4. Guten Abend,
    mei­nes Erach­tens schreibt man das Pro­dukt: Blanc de Noirs., also mit einer franz. Plu­ra­len­dung “s” die auch im Deut­schen nicht aus­ge­spro­chen wird.

    • Sehr geehr­ter Herr Willi,

      Sie haben völ­lig recht. Aller­dings scheint sich – warum auch immer – hier­zu­lande die Schreib­weise “blanc de noir” grö­ße­rer Beliebt­heit zu erfreuen als das fran­zö­si­sche Ori­gi­nal. Gänz­lich falsch scheint mir “blanc de noir” indes nicht zu sein: Die Aus­sage ist dann wohl etwas abs­trak­ter “weiß von schwarz” statt “wei­ßer (Wein) von schwar­zen (Trau­ben)”. Ich bin aller­dings kein Roma­nist und kann nicht abschät­zen, ob sich “blanc de noir” im Ohr eines fran­zö­si­schen Mut­ter­sprach­lers sinn­wid­rig anhört.

      Beste Grüße, Ulrich Sautter

      • Sehr geehr­ter Herr Sautter,

        da das Plural-S nicht aus­ge­spro­chen wird, ist es für das Ohr eines fran­zö­si­schen Mut­ter­sprach­lers uner­heb­lich, das Auge freut sich jedoch über eine kor­rekte Schreib­weise und die Zunge sagt: es gibt durch­aus sehr genieß­bare und gut aus­ge­baute Weine die­ser Spezies.

        Beste Grüße von der Nahe
        Daria Schmitt

      • Blanc de noirs ist in Frank­reich ein hoch­wer­ti­ger Sekt, zu 99 % wer­den 3 Reb­sor­ten ein­ge­setzt. Pinot noir, Char­do­nay und Pinot Meu­nier. In Deutsch­land dage­gen nur aus dem Blauer Spät­bur­gun­der vini­fi­iziert bzw. ver­sek­tet.
        Tipp: Blanc de noirs als bes­ter Bio­wein 2012 in Baden – Würt­tem­ber vom Wein­gut Rie­ger in Bet­berg – Mark­gräf­ler­land. Deme­ter und ECOVIN
        LG
        Berthold

        • Sehr geehr­ter Herr Willi,

          beim Char­don­nay als Sorte für “blanc de noirs” täu­schen Sie sich – aus die­ser Sorte kel­tern die Cham­pa­gner­win­zer den gesuch­ten “blanc de blancs”, eben gerade kei­nen Weiß­wein aus blauen Trau­ben, sonern einen “wei­ßen aus weißen”.

          Die Mark­gräf­ler Adresse lese ich mit Inter­esse, Bet­berg, das ist auf hal­bem Weg zwi­schen Stau­fen und Müll­heim, oder täu­sche ich mich?

          Beste Grüße, Ulrich Sautter

          • Lie­ber Herr Saut­ter.
            Sorry das ist mir ein wei­ßer rein­ge­schlupft.
            Sie ken­nen sich ja aus im Mark­gräf­ler­land. Bet­berg mit 120 Dorf­be­woh­nern liegt zwi­schen Hei­ters­heim wo ich wohne und Müll­heim. Das Wein­gut Rie­ger – Deme­ter und Eco­vin – zählt zu den bes­ten Ökowein­be­trie­ben in Deutsch­land und zur Wein­ma­cher­gruppe der Wein­gräf­ler.
            Gruß aus dem Markgräflerland

  5. Warum Sie in Ihrem Arti­kel einen Rund­um­schlag gegnüber Blanc de Noirs von deut­schen Win­zern ver­üben ist mir völ­lig schlei­er­haft. Botry­tis­fau­les Lese­gut und Koh­le­schö­nung zur Erzeu­gung tro­cke­ner Weine ist bei qua­li­täts­be­wuss­ten Wein­er­zeu­gern mit Sicher­heit nich gang und gäbe. Ob Weiß­wein, Rot­wein oder eben Blanc de Noirs. Und unsau­bere oder “aus­ge­zo­gene” Weine aus gerin­ger Trau­ben­qua­li­tät gibt es wohl aus jedem Wein­bau­land die­ser Erde.

    Mit freund­li­chen Grüßen

    Tho­mas Hess

  6. Sorry Herr Saut­ter,
    da ist mir eine weiße Reb­sorte rein­ge­fal­len. Freut mich, dass Sie wis­sen wo das Dorf Bet­berg mit 110 Bewoh­nern liegt. Der 27 jäh­rige Wein­ma­cher Phil­ipp Rie­ger zählt zu den ganz guten Ökowein­ma­chern in Baden. Gehört zur Wein­ma­cher­gruppe der Wein­gräf­ler.
    LG
    Berthold

  7. Hallo Herr Sautter,

    einen guten blanc de noirs habe ich vom Wein­gut Weber aus Etten­heim, Baden getrun­ken.
    Soll­ten Sie die Gegend ein­mal besu­chen, so würde sich ein Abste­cher dort­hin lohnen.

    Gruß
    Mat­thias Fleig

  8. [...] wenn man die Trau­ben nach der Lese sehr schnell abpresst. Ich zitiere der Ein­fach­keit hal­ber weinkenner.de (die anschei­nend nicht so auf Blanc de noir ste­hen ): Die Bezeich­nung Blanc de noir stammt aus [...]

  9. Nor­ma­ler­weise bin ich auch kein Fan der­ar­ti­ger Weine, aber der Blanc de Noir 2010 des Wein­gu­tes Göh­ring in Flörsheim-Dalsheim war für mich über­zeu­gend, dazu zu einem äußerst fai­ren Preis von ca. EUR 4,50. Ich könnte mir vor­stel­len, dass der 2011er noch inter­ess­san­ter ist…

  10. Viel­leicht sollte ich bei Gele­gen­heit mal eine Ver­kos­tung mit all den hier vor­ge­schla­ge­nen Blanc des Noirs-Weinen orga­ni­sie­ren… Danke für all die Anre­gun­gen, US

  11. Die Über­schrift “Blanc de noir: Der Wein, den nie­mand braucht” ist ebenso über­flüs­sig, wie der Titel selbst! Wich­tig finde ich jedoch den Hin­weis, dass schein­bar spe­zi­ell beim Blanc de Noirs geschlam­pert wird – Bei­spiele dazu feh­len mir.

    Den­noch, das wun­der­bare am Wein sind eben gerade die unend­li­chen Anwen­dungs­mög­lich­kei­ten, wel­che des Win­zers künzt­le­ri­sche Bega­bung for­dert – und sei es mal mehr, mal weni­ger regio­na­ler Tra­di­tion ver­bun­den. Am Ende sind für mich die erfolg­rei­chen Expe­rie­mente in Kel­ler oder Küche, wel­che mich als Kon­su­ment immer wie­der mit der Zunge schnal­zen las­sen.
    Dabei ver­su­che ich spe­zi­ell die Weine nicht als gut oder schlecht, nötig oder unnö­tig zu defi­nie­ren, son­dern als ehr­lich oder künst­lich und als rich­tig oder falsch. D.h. nach Mög­lich­keit mache ich mir schon vor dem Kauf ein Bild über Betriebs­ver­fah­ren und Min­dest­stan­dards (hier ist Deutsch­land ten­den­zi­ell vorne zu sehen), über das Zusam­men­spiel von Men­gen und Qua­li­tät (2012er wird des­halb wohl vie­ler­orts als hoch­wer­tig bei stei­gen­den Prei­sen erwar­tet..) und zu guter Letzt eben Gedan­ken dar­über, ob der Trop­fen zu Anlass und Spei­sen rich­tig oder falsch ist. Die Zei­ten deut­scher unge­niess­ba­rer oder min­der­wer­ti­ger Weine sind im Gro­ßen und Gan­zen vor­bei. Per­sön­lich kenne ich Win­zer denen mode­rate Qua­li­tät im Anspruch aus­reicht, was aber keine unsau­bere Arbeit impli­ziert. Die gefühlte Mehr­zahl der Win­zer ver­sucht sich durch Ehr­lich­keit im Wein­berg und im Kel­ler, durch Qua­li­tät bei weni­ger Menge und scho­nen­den Ver­fah­ren, und durch Inves­ti­tion und Inno­va­tion in Sor­ten und Metho­den aus ein­ge­fah­ren The­men zu lösen – dem Gene­ra­tio­nen­wech­sel sei Dank! Gute Bei­spiele sind schließ­lich Mar­kus Schnei­der, Tobias Könin­ger, Corina Benz, Katja Boh­nert, Kon­rad Sal­wey und viele Junge mehr oder diverse Versuchs- und Staatsweingüter.

    Erst ges­tern öffnete ich einen schö­nen Blanc de Noirs von Michael Wies­ler – der Stau­fe­ner Win­zer gilt in der Regio als “Early Adop­ter” des fran­zö­si­schen Verfahrens.

    - Mathias Wenig, München

  12. [...] ganz beson­de­rer Wein für € 11,90. Blanc de Noir ist ein aus roten Trau­ben gekel­ter­ter Weiss­wein. Ulrich Saut­ter bezeich­net ihn pole­misch als kom­plett farb­lo­ses, wäss­ri­ges Etwas, als Wein, den niemand [...]

  13. Lie­ber Herr Sautter

    Stimmt es, dass man­che Blanc de noirs mit Medi­zi­n­al­kohle ver­setzt wer­den um auch das letzte rote Farb­stoff­teil­chen zu entfernen?

    Mit bes­tem Gruss

    Marc Roux, Schweiz

  14. Geschätz­ter Herr Roux,

    man­che Win­zer ver­wen­den in der Tat Kohle, um Farb­par­ti­kel zu ent­fer­nen. Das wäre an sich nicht tra­gisch, nur bin­det die Kohle mit der Farbe zugleich auch Geschmacksstoffe.

    Beste Grüße in die Schweiz,

    Ulrich Saut­ter

  15. Sehr geehr­ter Herr Saut­ter,
    kön­nen Sie mir ein­mal erklä­ren, woher der “deut­sche Rot­wein” die dunkle Farbe her­kriegt? Das kann doch nicht aus­schließ­lich von den bei uns wach­sen­den Trau­ben sein oder? Bei unse­rem Klima kön­nen Spät­bur­gun­der Rot­wein, Trol­lin­ger, Dorn­fel­der, etc. nicht eine der­art inten­sive dun­kel­rote Farbe bekom­men. Was pas­siert denn da wirk­lich? Ich fürchte, Afrika lässt grü­ßen.
    Seien Sie gegrüßt!
    G. Teborg

  16. Sehr geehr­ter Herr Teborg,

    seit 1985 ist der Ver­schnitt aus­län­di­scher Färber-Rotweine in deut­sche Her­künfte nicht mehr gestat­tet. So ist zumin­dest die Rechtslage.

    Daher hat man recht­zei­tig vor­ge­sorgt – und Sor­ten wie Dorn­fel­der, Dun­kel­fel­der, Da Capo und andere ent­wi­ckelt, die tat­säch­lich auch hier­zu­lande eine enorme Farbaus­beute brin­gen. Auch die Neu­züch­tun­gen der neue­ren Weins­ber­ger Gene­ra­tion (z.B. Caber­net Dorsa, Aco­lon, Caber­net Mitos usw.) haben alle enorm viel Farbe. Bei den meis­ten die­ser Trau­ben besitzt auch das Frucht­fleisch Farb­pig­mente, nicht nur die Schale.

    Ich würde nicht unter­stel­len, dass heute noch oft aus­län­di­sche Deckrot-Weine in ein­hei­mi­sche Rot­weine ver­schnit­ten wer­den. Aber das Pro­blem, das Sie anspre­chen, besteht natür­lich den­noch: Selbst kleinste Anteile einer Fär­ber­sorte kön­nen z.B. einen Spät­bur­gun­der oder Schwarz­ries­ling kom­plett ver­än­dern. Die Finesse der Frucht ist weg. Lei­der haben man­che Win­zer Angst vor nega­ti­ven Markt­re­ak­tio­nen, wenn ihr Rot­wein zu hell ist. Aber Fakt ist, dass fast alle her­aus­ra­gen­den Rotwein-Sorten eher hell­far­big sind: Spät­bur­gun­der, Neb­biolo, San­giovese. Selbst klas­si­sche Bordeaux-Weine sind nicht tintig!

    Herz­li­che Grüße, Ulrich Sautter

  17. Sehr geehr­ter Herr Saut­ter,
    als Rhein­hes­sen Win­zer las ich diese Seite zuerst ent­rüs­tet, mit jeder wei­te­ren Ant­wort zwei­felnd und bis hier fasst schmun­zelnd. Schön das Sie Wis­sen ver­mit­teln, lei­der trauen Sie Ihrem eigen Land nichts zu. Trauen Sie sich, nach so vie­len Hin­wei­sen, mal rein in die Betriebe, schauen Sie über die Schul­ter und ler­nen Sie etwas von der selbst­be­wuss­ten Gene­ra­tion. Ich bin sicher Sie wer­den irgend­wann bemer­ken, das Deutsch­land zum Thema Wein­be­rei­tung in den letz­ten 15 Jah­ren eine rie­sige Ent­wick­lung voll­zo­gen hat.

    Herz­li­che Grüße
    Frank Kal­tentha­ler, Worms

  18. Sehr geehr­ter Herr Kaltenthaler,

    meine Kri­tik betrifft den blin­den Glau­ben an Keller-Technologie, an Schö­nun­gen und Che­mie. Lei­der rekla­mie­ren auch Sie vor allem eine Ent­wick­lung bei der “Wein­be­rei­tung”, also der Kellerwirtschaft.

    Jeder Betrieb, der vor­ran­gig eine wein­bau­li­che Idee ver­folgt – eine, die nicht vom Mar­ke­ting her gedacht ist – ist mir per­sön­lich herz­lich will­kom­men. Aber, wie ein bekann­tes eng­li­sches Sprich­wort sagt: the proof of the pud­ding is in the eating. Oder auf gut Deutsch: Die Wahr­heit liegt im Glas.

    Mit freund­li­chen Grü­ßen, Ulrich Sautter

  19. Ui–jeh Herr Saut­ter , Ihre Ansicht ,, tut schon ,,fast” weh”

    Pro­sit Klugman

  20. Ui–jeh Herr Saut­ter , Ihre Ansicht ,, tut schon ,,fast” weh”
    rosit Klugman

    Habe bei Ihnen noch nie reingeschaut-geschweige Kom­men­tar geschrieben.Bin sehr erstaunt ,daß nach 3 Sekun­den Ihre Ant­wort kommt ,, DU hast so was –der ,,Ver­dacht” liege nahe” HI_HI_HI.Sagt mir das doch auf was man ,, aus ist”–schade für’s Lesen (:-((((((((((((((((((((((((((((((

  21. Hallo zusam­men,

    ich genoß ges­tern einige Glä­ser eines Blanc de Noirs aus Fran­ken, Wein­gut Wen­ger­ter. Ich hatte sehr viel Freude daran. Ein sehr guter Wein und sehr zu emp­feh­len.
    Als ich mich heute genauer über diese Wein­sorte im Inter­net infor­mie­ren wollte, stieß ich auf die­sen Artikel.

    Ich bin ent­äuscht, dass man­che gute Win­zer und somit sehr gute Wiene “über einen Kamm gescho­ren” wer­den mit man­chen ande­ren schlechten.

    Daher ist die­ser Artikel,

    “Blanc de noir: Der Wein, den nie­mand braucht”, “Ein Arti­kel, den nie­mand braucht”

    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    Fehim

  22. Sehr geehr­ter Herr Sauter,

    wo haben Sie den diese Weis­hei­ten her wie ein anstän­di­ger Blanc de Noir her­ge­stellt wird.
    Bei uns wird ein Blanc aus gesun­den Trau­ben, und scho­nen­der Ganz­trau­ben­pres­sung her­ge­stellt.
    Da wird nichts ver­manscht und ver­maicht!
    Sie soll­ten drin­gend Ihren Hori­zont erwei­tern als sol­chen Unsinn in die Welt zu setzen.

    MfG Wal­ter Alten­kirch, Hob­by­win­zer aus dem Rheingau

  23. Sehr geehr­ter Herr Altenkirch,

    vie­len Dank für Ihren enga­gier­ten Kom­men­tar, aber darf ich Sie in einem Punkt kor­ri­gie­ren? Meine Schil­de­rung betrifft nicht die Kel­te­rung eines “anstän­di­gen” blanc de noir, son­dern die eines durch­schnitt­li­chen, für den deut­schen Markt – lei­der – typischen.

    Ich glaube Ihnen sofort, dass Sie als Hob­by­win­zer sorg­fäl­tig aus­le­sen, dass Sie die Wege und Zei­ten von der Lese bis zur Ver­ar­bei­tung kurz hal­ten, und dass sie keine Kohle benö­ti­gen, um die Aus­wir­kun­gen der Botry­tis zu be”schönigen”.

    Aber gehen Sie doch bitte mal in ver­schie­dene Super­märkte (oder auch zum einen oder ande­ren Direkt­ver­mark­ter) und kau­fen zehn blanc de noir-Weine aus grö­ße­ren inlän­di­schen Erzeu­ger­be­trie­ben. Ich bin über­zeugt, Sie wer­den mei­ner Pole­mik am Ende Recht geben. Jeder zweite Wein hat ent­we­der kräf­tige Pilz­töne oder steht durch aggres­sive Schö­nun­gen so “aus­ge­zo­gen” da, dass er mit­samt sei­ner Feh­ler auch alle Tugen­den ver­lo­ren hat.

    Ich habe auch schon frü­her zu ande­ren Kom­men­ta­ren geant­wor­tet: Ein seriö­ser blanc de noir ist wun­der­bar deli­kat in sei­ner Frucht und bezau­bernd in sei­ner Fri­sche. Über sol­che Weine schreibe ich natür­lich auch gerne etwas Posi­ti­ves. Falls Sie Mus­ter sen­den wol­len, kon­tak­tie­ren Sie mich bitte unter mei­ner e-mail-Adresse info@weinverstand.de.

    Aber vor dem blanc de noir als Mode­wein kann ich nur war­nen. Denn ich befürchte, dass diese Mode genauso enden wird wie zuletzt die Dornfelder-Begeisterung. Da die mise­ra­blen Weine domi­nie­ren, ist der Zusam­men­bruch des Markts nur eine Frage der Zeit.

    Herz­li­che, und guten Win­zern ebenso wie guten Wei­nen zuge­tane Grüße, Ihr

    Ulrich Saut­ter

  24. Sehr geehr­ter Herr Sautter,

    mit Ihrem letz­ten Bei­trag haben Sie sich sau­ber aus dem Bereich einer seriö­sen Kom­men­tie­rung ver­ab­schie­det. Ihr Hin­weis, “Sie wer­den mei­ner Pole­mik am Ende Recht geben” ent­larvt Sie als jeman­den, dem es eben nicht um eine sach­li­che Auseinandersetzung/Kommentierung geht, son­dern um pau­scha­lierte und nicht dif­fe­ren­zierte Dis­kri­mi­nie­rung ehr­lich schaf­fen­der Win­zer. Selbst wenn Sie in eini­gen Kom­men­ta­ren dezent zurück­ru­dern, so pau­schal sind unbe­legte Vor­würfe inak­zep­ta­bel – aber was soll man von einem Men­schen ansons­ten erwar­ten, der sich als beken­nen­der Pole­mi­ker outet?

    Mir schmeckt übri­gens der “Blanc de Noir”, den ich von mei­nem Win­zer in der Pfalz beziehe, ausgezeichnet.

    Udo Mit­tro­wann

  25. Sehr geehr­ter Herr Sauter,

    Sie tun mir leid!

    Mit freund­li­chen Grü­ßen
    D. Schmitt

  26. Es auch Deut­sche Blanc de Noir, die n icht nur genieß­bar son­dern excel­lent sind.

    Letz­tes Wochen­ende habe ich fol­den­den Wein genos­sen und kann ihn nur emp­feh­len:
    2013 Wöll­stei­ner Spät­bur­gun­der Blanc de Noir

    Mar­ga­reta Schickert

  27. Ein Hallo in die Runde….ja, das ist das Netzt, man stol­pert ab und zu über ältere The­men, die aktu­ell bleiben.

    Ich muss hier nie­men­den dis­kre­di­tie­ren, aber es darf den­noch fest­ge­stellt wer­den, das es zumin­dest HIER, zu die­sem Thema, an Kennt­nis fehlt beim Autor.

    Ich habe über­haupt noch kei­nen schlech­ten, schlam­pig gemach­ten, gepansch­ten Blanc de Noirs aus Deutsch­land getrun­ken. Der Wein­ty­pus besetzt in der Regel eine Aroma-Nische im Port­fo­lio eines Betrie­bes. Jüngst habe ich wie­der mal Wein­kel­le­reien in Fran­ken besucht, 3 von 5 hat­ten einen Bl. de. N. auf der Liste.

    Unfug, anzu­n­ehen, dass nun genau dabei der Win­zer end­lich nach­läs­sig sein darf, wo er doch bei allen ande­ren Wei­nen so acht­sam und sau­ber wie mög­lich arbei­ten musste. Heute haben alle, aber wirk­lich auch alle Betriebe Ihr Lese­gut und Ihre Kel­ler­hy­giene im Griff. Das gilt bis zu den enga­gier­ten Win­zer­ge­nos­sen­schaf­ten. Da matscht und plantsch nichts mehr rum, jeder Behäl­ter, jeder Schlauch, jedes Gerät wird immer gleich peni­bel sau­ber und gepflegt, genutzt und behandelt.

    Drum meine ein­zige Frage: Wel­che “vie­len” Bei­spiele eines schlech­ten Blanc de Noirs gibt es denn so. Bitte mal Roß und Rei­ter nennen….am bes­ten min­des­tens 5,6,7 Stück.

    Damit ich die dro­hende Gefahr viel­leicht doch noch recht­zei­tig erken­nen kann.

    Mfg Miike

  28. Hallo Herr Sauter,

    bin eigent­lich kein Fan von einem Blanc de Noirs. Bin über ihren Kom­men­tar durch Zufall gestol­pert weil eine mir bekannte Win­ze­rin mir einen Blanc de Noirs “ver­kau­fen” wollte und ich meine Kennt­nisse über die­sen spe­zi­el­len Wein auf­fri­schen wollte.
    Nun – ich muß sagen es ist ein exzel­len­ter Wein und ich kann ihn bes­tens emp­feh­len: “Scho­ler­hof” aus Gal­len­wei­ler bei Hei­ters­heim.
    Im übri­gen bin ich ein Fan von guter Pole­mik – und Ihre fand’ ich sehr gut!

    Beste Grüße aus dem Markgräflerland

    Hol­ger J. Weber

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