Der Wein ist in Deutschland seit Jahren überaus beliebt. Kaum ein Spanien-Händler, der ihn nicht im Sortiment führt. Hat der Finca La Tercia ein Geheimnis? Der besondere Geschmack? Auch andere spanische Weine schmecken gut. Der Preis? So billig ist er gar nicht. Die hohen Benotungen? Jens Priewe versucht, den Erfolg dieses Weins zu enträtseln.
La Tercia ist der Name einer kleinen Finca im Hinterland der Stadt Murcia. Die Reben, die dort wachsen, stehen auf kargen, mit dicken Steinen übersäten Böden: alte, oberarmdicke Stöcke, in sich verknotet, so als würden sie sich winden unter der Trockenheit, die in diesem Teil Spaniens im Sommer herrscht. Und im Winter ist es bitterkalt. Regelmäßig bedeckt eine Schneedecke die Reben.
Das Anbaugebiets heißt Jumilla, und der Name der Rebe, die den für Jumilla typischen Wein ergibt, ist die Monastrell – eine Sorte, die in Frankreich Mourvèdre heißt und in der Provence zum Beispiel einige hochinteressante Weine ergibt. Auch im Languedoc wird sie viel angebaut.
In Jumilla regiert die Monastrell-Rebe
Doch ihr Ursprung liegt in Spanien. An der gesamten Mittelmeerküste von Valencia bis Almeria ist sie die Hauptrebsorte. Ihr eigenwilliges, an Pflaumen und erdige Würze erinnerndes Aroma gibt den Weinen einen unverwechselbaren Geschmack. Für Leute, die der Uniformität vieler spanischer Spitzenweine müde sind, ist die Monastrell eine willkommene Alternative.
Der Finca La Tercia wird zu 70 Prozent aus Monastrell gekeltert (Rest: Syrah und Cabernet Sauvignon). Er schimmert dunkel rubinrot im Glase, duftet nach Pflaumen und erdiger Würze, dazu kommt ein Hauch von süsser Eiche. Der Wein ist dicht gewoben und besitzt ein kräftiges, gesundes Tannin. Aber er ist weder ein „Weichspüler“ noch ein „Blockbuster“. Diese Andersartigkeit ist es, die den Charme des Finca La Tercia ausmacht.




Der Wein ist tatsächlich gut – trotz der hohen Bewertung durch Penin. Wobei ich ähnlich wie Sie hier nicht ganz bei 94 Punkten wäre…
Was ansonsten den zitierten Guide angeht – man kann auch würfeln… – manchmal ist es nachvollziehbar, öfter nicht…