Die Inter­na­tio­na­len Film­fest­spiele in Ber­lin muss­ten in den ver­gan­ge­nen Jah­ren viel Kri­tik ein­ste­cken: dem Wett­be­werb man­gele es an Höhe­punk­ten, Niveau und Strahl­kraft. Glanz, Gla­mour und Star­rum­mel à la Can­nes oder Vene­dig? Fehl­an­zeige. Über jeden Zwei­fel erha­ben sind jedoch die 18 aus­ge­such­ten deut­schen Weine, die bei der Ber­li­nale 2012 vom 9. bis 19. Februar aus­ge­schenkt werden.

Berlinale 2011 Weinbar Moskau | Foto: BerlinaleDie Ber­li­nale hatte es in den letz­ten Jah­ren nicht leicht, sich gegen die Fes­ti­val­kon­kur­renz in Can­nes oder Vene­dig zu behaup­ten. Her­aus­ra­gende Filme lau­fen in Ber­lin schon seit län­ge­rem nicht mehr unbe­dingt im Wett­be­werb, son­dern immer öfter außer Kon­kur­renz, zuletzt der Eröffnungs-Western „True Grit“ von den Coen-Brüdern. Renom­mierte Regis­seure wie Lars van Trier oder David Cro­nen­berg schick­ten ihre Werke lie­ber ins Ren­nen um die Gol­dene Palme als um den Gol­de­nen Bären. Über Qua­li­tät und Exklu­si­vi­tät der aus­ge­wähl­ten Wett­be­werbs­bei­träge mag man strei­ten. Fakt ist, dass die inter­es­san­tes­ten Strei­fen mitt­ler­weile in den zahl­rei­chen Neben­rei­hen zu sehen sind.

Nicht nur beim Ries­ling sehr gut aufgestellt

Berlinale 2011 mit Sarah Wiener | Foto: BerlinaleBei den aus­schließ­lich deut­schen Wei­nen, die zu den zahl­rei­chen Galas, Emp­fän­gen und in den Loun­ges der 62. Film­fest­spiele in Ber­lin aus­ge­schenkt wer­den, feh­len zwar eben­falls die ganz gro­ßen Namen. Doch die aus­er­ko­re­nen Weine sind nicht nur vor­zeig­bar, son­dern unter­mau­ern auch den Anspruch Deutsch­lands, nicht nur beim Ries­ling, son­dern auch in ande­ren Weiß- und Rot­wein­dis­zi­pli­nen gut, ja sehr gut auf­ge­stellt zu sein. Man­cher der Weine, auch wenn sein Erzeu­ger nament­lich nicht zu den A-Promis gehört, ist von einem Niveau, das im Ein­zel­fall durch­aus bes­ten­taug­lich ist – die Genos­sen­schaf­ten eingeschlossen.

Bereits zum fünf­ten Mal ist das Deut­sche Wein­in­sti­tut (DWI) offi­zi­el­ler Part­ner der Ber­li­nale. Eine Jury, der Ber­li­ner Som­me­liers, Mit­ar­bei­ter der Ber­li­nale, Ver­tre­ter der betei­lig­ten Anbau­ge­biete sowie die Deut­sche Wein­kö­ni­gin Annika Stre­bel ange­hör­ten, such­ten die 18 Weiß- und Rot­weine für die Film­stars und pro­mi­nen­ten Gäste aus. Ins­ge­samt ver­kos­tete das Gre­mium rund 60 vor­aus­ge­wählte Weine. Weit mehr als 100 Weine und Erzeu­ger hat­ten sich laut DWI für die Berlinale-Weine 2012 beworben.

Fes­ti­val­chef Kosslick als Wein­lieb­ha­ber bekannt

Weinprobe bei der Berlinale: Dieter Kosslick und die Deutsche Weinkoenigin Annika Strebel | Foto: Berlinale      Die qua­li­täts­vol­len Trop­fen stam­men aus unter­schied­li­chen Wein­re­gio­nen Deutsch­lands. Sie wer­den mit Unter­stüt­zung der Land­wirt­schafts­mi­nis­te­rien von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg sowie den regio­na­len Wein­wer­bun­gen von Rhein­hes­sen, Pfalz, Mosel, Baden und Würt­tem­berg bereit­ge­stellt. Die Erzeu­ger dür­fen ihre aus­ge­wähl­ten Weine ab sofort als “Offi­zi­el­ler Ber­li­nale Wein 2012″ aus­zeich­nen und vermarkten.

Die­ter Kosslick, seit 2001 Berlinale-Direktor, ist als Wein­lieb­ha­ber auch über­re­gio­nal bekannt. Im März zeich­nete ihn das Maga­zin „Der Fein­schme­cker“ als „Wein­gour­met des Jah­res“ aus. Unter sei­ner Ägide ent­stand die Berlinale-Sektion „Kuli­na­ri­sches Kino“, die Film­ge­nuss und Gau­men­freu­den mit­ein­an­der ver­bin­det. Der 63-Jährige würde wohl kaum dul­den, dass sein Fes­ti­val durch schlechte Weine Scha­den nimmt.


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