Etikett Chateau Lafite

Sotheby’s Auktion in Hongkong: Lafite durchbricht die Schallmauer

Am Frei­tag­abend letzter Woche brach eine neue Ära der Bordeaux­preise an. Im Hotel Mandarin Oriental in Hong­kong verstei­gerte das Londoner Aukti­ons­haus Sothebys 60 Jahr­gänge Chateau Lafite-Rothschild. Die Zuschlag­preise machen Beob­achter sprachlos. Sie waren doppelt, teil­weise dreimal so hoch wie die Preise in Europa. Hiesige Händler beeilen sich, ihre Preis­listen umzu­schreiben – und nicht nur die für den Lafite.

Am Frei­tag­abend letzter Woche brach eine neue Ära der Bordeaux­preise an. Im Hotel Mandarin Oriental in Hong­kong verstei­gerte das Londoner Aukti­ons­haus Sothebys 60 Jahr­gänge Chateau Lafite-Rothschild. Die Zuschlag­preise machen Beob­achter sprachlos. Sie waren doppelt, teil­weise dreimal so hoch wie die Preise in Europa. Hiesige Händler beeilen sich, ihre Preis­listen umzu­schreiben – und nicht nur die für den Lafite.

Chateau Lafite EtikettDas Mandarin Oriental wurde wieder mal seinem Ruf gerecht, das exklu­sivste und teuerste Hotel Hong­kongs zu sein. Was sich am letzten Freitag ab 18 Uhr hinter den geschlos­senen Türen des Conn­aught Room tat, war wahr­lich exklusiv: eine Wein­auk­tion, die selbst betuchte und betuch­teste Euro­päer vom Erwerb eines guten Trop­fens auszu­schließen geeignet war. Der Tropfen hieß Chateau Lafite-Rothschild, und der Ausschluss­grund waren die Preise.

190 Lots des Weins kamen unter den Hammer, und immer, wenn dieser fiel, war ein Preis­re­kord gebro­chen. Aber derart nach­haltig, dass es selbst das kühle Sotheby’s Manage­ment sprachlos machte. Die Preise, die auf dieser Auktion erzielt wurden, lagen zwischen hundert und drei­hun­dert Prozent über den Preisen des euro­päi­schen Wein­han­dels.

In den Inter­net­foren tauchte schnell die Frage auf, weshalb sich die Chinesen nicht für sehr viel weniger Geld auf dem euro­päi­schen Markt mit Lafite-Weinen eindeckten. James Ritchie, Präsi­dent von von Sotheby’s Inter­na­tional Wine Depart­ment, hatte seine eigene Erklä­rung: „Asia­ti­sche Wein­sammler begrüßten die Gele­gen­heit, Lafite in ihrem eigenen Land erstei­gern zu können.“

Wie ist dieser neuer­lich Lafite-Hype zu erklären? Sotheby’s hatte  60 Jahr­gänge Lafite verstei­gert: von den (physisch noch nicht auf den Markt befind­li­chen) Jahr­gängen 2009 und 2008 bis zurück zum Jahr­gang 1869. Es war nicht die erste Wein­auk­tion auf chine­si­schem Boden. Aber es war die erste, auf der nur Weine der Domaines Roth­schild ange­boten wurden: neben Lafite der Zweit­wein Carruades, der Duhart-Milon, der L’Evangile und der Sauternes vom Chateau Rieussec.

Lafite und seine Satel­liten genießen bei Chinesen in beson­ders hohes Ansehen, weil das Chateau auf der Welt­aus­stel­lung 1855 in Paris, als die Klas­si­fi­ka­tion erst­mals vorge­stellt wurde, als „Primus inter Pares“ unter den Premiers bezeichnet worden war: also als der Erste unter den Besten.

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