Federweisser und Flammkuchen

Vorsicht vor Federweißem aus dem Regal

Ein Glas Feder­weißer mit einem Stück Zwiebel- oder Flamm­ku­chen kann ein herz­hafter Genuss sein – während der Saison. Doch Vorsicht: Winzer und Wein­in­dus­trie haben eine Markt­lücke entdeckt und bieten diesen süffigen, süßen Halb­wein auch noch Wochen nach der Ernte an. Weinkenner.de rät vom Genuss ab.

Ein Glas Feder­weißer mit einem Stück Zwiebel- oder Flamm­ku­chen kann ein herz­hafter Genuss sein – während der Saison. Doch Vorsicht: Winzer und Wein­in­dus­trie haben eine Markt­lücke entdeckt und bieten diesen süffigen, süßen Halb­wein auch noch Wochen nach der Ernte an. Weinkenner.de rät vom Genuss ab.

FederweißerMit dem Feder­weißen feiern die Winzer erst­mals den neuen Jahr­gang. Halb vergoren und deshalb noch natur­trüb, prickelnd und süß – so schmeckt er ihnen, den Lesehel­fern und neugie­rigen Kunden am besten. Die Saison für den Feder­weißen beginnt Ende August und dauert bis in den Oktober hinein. Denn den Feder­weißen gibt es nur, solange der Most gärt.

Doch komisch: Obwohl diese Zeit inzwi­schen vorbei ist, befinden sich auch jetzt noch viele Feder­weiße auf dem Markt. Wer sie im Super­markt oder beim Discounter kauft, sollte lieber gleich eine Packung Aspirin dazu erstehen.

Feder­weißer – auch Sauser, Suser, Rauscher, Brauser, Bitzler oder Sturm genannt – ist ein halb­ver­go­rener, süßer Wein, der meist aus weißen Trauben herge­stellt wird. Damit er in den Regalen ange­boten werden kann, muss er steril gefil­tert und auf Flaschen gefüllt werden. Das allein reicht aber nicht, um den Gärstopp zu garan­tieren. Für die Hefe­reste wäre der verblie­bene Zucker ein gefun­denes Fressen. Die Gärung würde in der Flasche wieder anspringen.

Federweißer - (c) Frank SteinerDamit das nicht passiert, muss Feder­weißer geschwe­felt werden, und zwar hoch. Sonst würde das Kohlen­di­oxid, das bei jeder Gärung entsteht, nicht entwei­chen. Es dauerte nicht lange, bis der Verschluss wegflöge oder die Flasche platzte. Zwar wird der größte Teil des Schwe­fels sofort gebunden und „unschäd­lich“ gemacht, doch der verblei­bende freie Schwefel ist auf Grund der größeren Ausgangs­dosis wesent­lich höher als bei einem normalen Wein. Das Folge­ri­siko: Kopf­schmerzen und Übel­keit, zumin­dest dann, wenn man es nicht bei einem Glas belässt.

Das so urige Ritual des Feierns mit Feder­weißen hat viele große Handels­kel­le­reien, aber auch Genos­sen­schaften und Winzer auf die Idee gebracht, den popu­lären Halb­wein auch saison­über­grei­fend anzu­bieten. Vorsicht also vor Feder­weißen, die jetzt noch in verschlos­sener Flasche im Regal stehen.

Ob Feder­weißer über­haupt ein Genuss ist, darüber streiten die Wein­freunde seit langem. Aber wenn, dann frisch. Am besten direkt vom Fass. Das bei der Gärung gebil­dete Kohlen­di­oxid lässt ihn prickeln, der Geschmack ist von mostiger Frische geprägt. Schwefel gibt es nicht in diesem tradi­tio­nellen, bäuer­li­chen Produkt. 

2 Antworten zu „Vorsicht vor Federweißem aus dem Regal“

  1. rosmarie wolf sagt:

    ich dachte feder­weisser wird aus roten trauben gepresst,und gefiltert,bevor der rote farb­stoff in den trau­ben­most gelangt.danach wierd er wie wein gegärt und fertig gekel­tert

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