Peer Dör­ping­haus ist einer von zwei Geschäfts­füh­rern der C&D Wein­han­dels­ge­sell­schaft in Köln. Aus einer Winzer- und Gas­tro­no­men­fa­mi­lie von der Ahr stam­mend, war er schon früh im Wein­ge­schäft tätig. Die C&D wurde 1994 gegrün­det, seit 1995 ist sie im Primeur-Geschäft tätig. Das Sor­ti­ment der Firma ist groß. Es umfasst über tau­send Posi­tio­nen. Bor­deaux ist der Schwer­punkt, wobei C&D auch ganze Kel­ler auf­kauft und ent­spre­chend gereifte Jahr­gänge anbie­ten kann. Aber auch Ita­lien, Spa­nien, Deutsch­land und Über­see neh­men eine gewich­tige Posi­tion im Sor­ti­ment ein. Dör­ping­haus, der regel­mä­ßig an den Primeur-Verkostungen in Bor­deaux teil­nimmt und ein akti­ver Blog­ger ist, hat die Firma zu einem Pio­nier im Online­han­del gemacht (www.c-und-d.de).

Peer Dörpinghaus„Über die Sti­lis­tik der 2009er Weine wurde ja schon sehr viel geschrie­ben. Es bleibt abzu­war­ten, wie sich die fer­ti­gen Weine bei der Arri­vage prä­sen­tie­ren wer­den. Man­che Weine (z.B. 2009er Cos d’Estournel) machen es in einer Blind­ver­kos­tung sicher­lich auch pro­fun­den Wein­ken­nern schwer, auf eine andere Her­kunft als auf Kali­for­nien zu tip­pen. Die größte Her­aus­for­de­rung für die Bordeaux-Winzer wird auch in der Zukunft (wie jetzt beim 2009er) darin lie­gen, trotz der hohen Alkohol- und Tan­nin­werte noch Weine mit Cha­rak­ter, Per­sön­lich­keit und Indi­vi­dua­li­tät auf die Fla­sche zu bringen.

Was die Preis­po­li­tik der Châ­teaux angeht, fällt immer wie­der der Name Lafite-Rothschild, und man dis­ku­tiert die hohen End­ver­brau­cher­preise von +/- 1.400€ pro Fla­sche. Im Zuge des Lafite-Hypes in China sind mitt­ler­weile selbst nicht so gute Jahr­gänge wie 2007 oder 2006 der­art mas­siv im Preis gestie­gen, dass ein noch höhe­rer Preis für einen ech­ten Aus­nah­me­jahr­gang wie den 2009er als rela­tiv logisch erschien. Mitt­ler­weile sind dem­zu­folge die Markt­preise des 2003er und 2009er Lafite-Rothschild mehr oder weni­ger gleich.

Unse­rer Ein­schät­zung nach haben es die ande­ren Premier-Crus nur dem Lafite-Hype zu ver­dan­ken, dass sie eben­falls so hohe Preise für Ihre 2009er durch­set­zen konn­ten. Die Preise der 2009er Pre­mier Crus wur­den von der Mehr­zahl unse­rer Kun­den nur kopf­schüt­telnd zur Kennt­nis genom­men. Zum Glück waren die Allo­ka­tio­nen der Pre­mier Crus in die­sem Fall restrik­ti­ver denn je, und wir konn­ten unsere Men­gen gut abset­zen. Wenn ein Wein­gut wie Mouton-Rothschild nach eige­nen Anga­ben ca. 300.000 Fla­schen des Erst­weins abfül­len wird, dann kann man schnell ermes­sen, welch wirt­schaft­li­chen Erfolg der 2009er Jahr­gang den Win­zern an der Gironde beschert hat.

Aber zum Glück gibt es in Bor­deaux ja auch eine Viel­zahl höchst inter­es­san­ter Gewächse der zwei­ten und drit­ten Reihe bis hin zu den bür­ger­li­chen Gewäch­sen. Bei die­sen kann der Samm­ler und Bor­deauxfreund gerade die­ses Jahr groß­ar­tige Weine für sein Geld bekommen.

Unsere TOP 20 der meist­ver­kauf­ten 2009er Weine zeigt deut­lich, dass die Kun­den nicht bereit sind, jeden Preis zu akzep­tie­ren. Viel­mehr suchen sie sich sehr selek­tiv den Wein nach Ihren Prä­fe­ren­zen und nach dem bes­ten Preis-Leistungsverhältnis. Zu nen­nen sind:

Pou­jeaux (23,50), Can­te­merle (26,50), Rol­lan de By (14,40), Mayne Lalande (11,89), La Tour Figeac (28,80), Cam­bon la Pelouse (12,99), Pede­s­claux (21,80), Chasse Spleen (25,00), Phe­lan Segur (31,50), Lilian-Ladouys (15,50), Pon­tet Canet (119,95), Mou­lin Haut-Laroque (17,50), d’Aiguilhe Querre (9,95), Batail­ley (29,95), Le Boscq (17,30), Lafon La Tui­le­rie (28,90), Vil­lars (12,50), Lanes­san (12,99), L’Inclassable (11,99), Char­mail (15,50).

Der Ver­kauf der Super Seconds (Cos d’Estournel, Ducru Beau­caillou, Pichon Com­tesse und Pichon Baron etc.) ver­läuft dage­gen eher schlep­pen­der im Ver­gleich zu frü­he­ren Jah­ren. Wir kön­nen nur ver­mu­ten, dass es daran liegt, dass kei­ner die­ser Weine mehr unter 100 Euro zu haben ist. Aber von einem Mon­trose (149 Euro) hät­ten wir, Par­ker sei Dank (96-100 Punkte), bestimmt die drei­fa­che Menge abset­zen können.

Tag für Tag errei­chen uns immer noch viele Sub­skrip­ti­ons­be­stel­lun­gen und die Anzahl liegt schon jetzt sehr deut­lich über der Anzahl der Bestel­lun­gen für den 2005er Jahrgang.“



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