Andreas Bren­sing hat Phi­lo­so­phie und Ger­ma­nis­tik stu­diert. Wäh­rend sei­nes Stu­di­ums hat er unter ande­rem als Koch gejobbt und ist so in Berüh­rung mit dem Wein gekom­men. Seit 2006 ist er Geschäfts­füh­rer des Köl­ner Wein­kel­lers, der zur REWE-Gruppe gehört. In dem 13 Meter unter der Erde befind­li­chen Gewöl­be­kel­ler lagern rund 150 000 Fla­schen. Frank­reich bil­det den Schwer­punkt, wobei sich das Sor­ti­ment kei­nes­wegs nur auf Bor­deaux beschränkt. Viele her­vor­ra­gende Weine kom­men auch von der Loire, aus dem Elsass, aus Süd­frank­reich. Den zwei­ten Sortiments-Schwerpunkt bil­det mitt­ler­weile Deutsch­land. Eine starke Stel­lung haben auch Ita­lien und Spa­nien. Rund 20 Pro­zent sei­nes Umsat­zes macht der Köl­ner Wein­ken­ner mitt­ler­weile mit sei­nem Online-Shop, den Bren­sing per­fek­tio­niert und zu einem state-of-the-art-Tool gemacht hat (www.koelner-weinkeller.de).

„Das war eine ziem­lich gute Kam­pa­gne – aber sie hat das Ner­ven­kos­tüm der Wein­händ­ler doch sehr belas­tet. Mit fast 10 Wochen hat sie sich extrem lang hin­ge­zo­gen, und ihr Ver­lauf war ein wenig selt­sam. Tage­lang tat sich nichts, und dann kamen alle Offer­ten auf ein­mal. Bei eini­gen Wei­nen hätte ich ange­sichts der Preise kaum damit gerech­net, dass sie sich ver­kau­fen, aber von vie­len Wei­nen hätte ich mehr ver­kau­fen kön­nen, als ich geor­dert hatte. Ins­ge­samt war das, sowohl von der Fla­schen­zahl, als auch vom Umsatz her, die beste Kam­pa­gne, die der Köl­ner Wein­kel­ler je erlebt hat. Dabei hat­ten wir wohl auch einen klei­nen Bonus: Ange­sichts der schwie­ri­gen Markt­lage wol­len sich man­che Kun­den absi­chern, um in zwei Jah­ren den sub­skri­bier­ten Wein auch wirk­lich zu bekom­men. Hier haben wir durch die Zuge­hö­rig­keit zur REWE Group sicher­lich einen gro­ßen Vor­teil, und viele Kun­den sagen uns das auch.

Inter­es­sant war aber auch, dass sich Weine in allen Preis­klas­sen ver­kauft haben. Und es gab viele Neu­kun­den, die über­haupt zum ers­ten Mal sub­skri­biert haben.

Einen bit­te­ren Nach­ge­schmack hin­ter­lässt aller­dings das Gescha­chere am Ende der Kam­pa­gne. Die gefrag­tes­ten Weine wur­den einem dann plötz­lich mit 2007ern im Paket ange­bo­ten, oder in stun­den­weise neu erschei­nen­den Tran­chen. Dem einen oder ande­ren Bor­de­lai­ser Händ­ler schei­nen lang­fris­tige Geschäfts­be­zie­hun­gen die­ses Jahr nicht so wich­tig gewe­sen zu sein, son­dern nur die kurz­fris­tige Opti­mie­rung des Pro­fits. Da wird man­cher Nego­ci­ant noch böse erwa­chen, wenn das nächste und über­nächste Jahr wie­der schlech­ter wird.“



Verwandte Artikel:

10.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (1): Michael Grimm
12.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (2): Heiner Lobenberg
14.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (3): Matthias Hilse
16.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (4): Bernd Kreis
18.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (5): Thomas Boxberger-von Schaabner
23.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (7): Martin Kössler
25.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (8): Peer Dörpinghaus
27.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (9): Michael Unger
30.08.2010 | Händler über Bordeaux 2009 (10): Markus Geigle

 Antworten

(erforderlich)

(erforderlich)