Karte der Weinregion Nahe

Große Gewächse 2009 – Nahe und Mittelrhein, Weine für Hedonisten und Puristen

Seit Anfang September sind die Großen Gewächse des Jahr­gangs 2009 auf dem Markt: die trockenen Spit­zen­weine der VDP-Güter. Dem Jahr­gang geht ein Ruf wie Donner­hall voraus (Bordeaux hat wohl mitge­holfen). Tatsäch­lich gibt es in Deutsch­land in 2009 aber auch viel Schatten. Nach den Mosel­weinen beschäf­tigt sich Jens Priewe hier mit den Großen Gewächsen der Nahe und des Mittel­rheins.

Seit Anfang September sind die Großen Gewächse des Jahr­gangs 2009 auf dem Markt: die trockenen Spit­zen­weine der VDP-Güter. Dem Jahr­gang geht ein Ruf wie Donner­hall voraus (Bordeaux hat wohl mitge­holfen). Tatsäch­lich gibt es in Deutsch­land in 2009 aber auch viel Schatten. Nach den Mosel­weinen beschäf­tigt sich Jens Priewe hier mit den Großen Gewächsen der Nahe und des Mittel­rheins.

Karte der Weinregion Nahe
Karte der Wein­re­gion Nahe, Quelle: VDP

Nicht nur die Mosel, auch die Nahe gehört zu den großen Gewin­nern des Jahr­gangs 2009 in Deutsch­land. Auch wenn mancher Händler hier­zu­lande etwas zu heftig in die Saiten greift und engels­gleiche Hymnen auf die Weine singt (Beispiel: „Spagat zwischen unbän­diger Kraft, sagen­hafter Finesse und fabel­hafter Präzi­sion, dazu Fili­gra­nität auf des Messers Schneide und Abgründe einer salzigen Mine­ra­lität…“), so zeichnen sich die Nahe-Rieslinge diesmal durch ihre große Ausge­wo­gen­heit aus: relativ kräf­tige Weine mit viel süßem Schmelz und einer reifen, weinigen Säure, die in der Regel besser einge­bunden ist als in 2008. Aufgrund ihrer Ausge­wo­gen­heit dürften sie sich lange und gut auf der Flasche entwi­ckeln.

Die Erzeuger spre­chen von einem Reife­po­ten­zial von mindes­tens zehn Jahren. Wer sich also ein außer­ge­wöhn­li­ches Trin­k­erlebnis gönnen möchte und bereit ist, dafür ein paar Euro mehr als für einen einfa­chen Quali­täts­wein auszu­geben, der darf an diesen Weinen nicht vorbei­gehen.

Weinberg an der NaheDas Beson­dere vieler Nahe-Rieslinge dieses Jahr­gangs ist, dass sie sich auch im jungen Stadium bereits mit einigem Genuss trinken lassen. Die geringen Erträge (bedingt durch kühle Tempe­ra­turen während der Blüte), die teil­weise 25 Hekto­liter nicht über­stiegen, haben dazu geführt, dass die wenigen Trauben in dem langen Herbst sicher und voll ausreifen konnten. Die Extrakte (und mit ihnen die Alko­hol­werte) liegen dadurch in vielen Fällen leicht über dem Durch­schnitt. Weine mit 13,5 Vol.% sind keine Selten­heit.

Heraus­ra­gend sind – nicht über­ra­schend – mal wieder drei Weine: Der Halen­berg von Emrich-Schönleber, Felseneck von Tim Schäfer-Fröhlich und die Hermanns­höhle von Helmut Dönn­hoff. Alle drei kommen von völlig unter­schied­li­chen Terroirs und besitzen von daher eine andere mine­ra­li­sche Ausprä­gung. Gemeinsam ist ihnen die außer­or­dent­liche Eleganz und Finesse, die sie trotz ihrer Reife besitzen.

Die große Über­ra­schung ist der erste Jahr­gang des Gut Hermanns­berg unter neuer Führung. Da ist der Willen spürbar, das Beste aus den Lagen heraus­zu­holen. Auch Peter Crusius’ Felsen­berg ist schon lange nicht mehr so beein­dru­ckend ausge­fallen wie in 2009. Höchst erfreu­lich ist auch die Kollek­tion des Schloss­guts Diehl, stark verbes­sert die Weine des VDP-Ehrenpräsidenten Prinz Salm Salm.

Übri­gens: Wer sich ein paar Fläsch­lein sichern möchte, sollte sich beeilen. Die Top-Weine sind bei den Wein­gü­tern bereits ausver­kauft und auch im Handel teil­weise nur noch schwer zu finden.

Seite 2: Tabelle 2009 Große Gewächse – Nahe
Seite 3: Tabelle 2009 Große Gewächse – Mittel­rhein

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