Blauburgundertage - Gläser mit Rotwein

Die besten Burgunder Italiens – Südtirol siegt

Pinot Noir ist keine Domäne Italiens. Doch es gibt Nischen und Winkel in dem Land jenseits der Alpen, in denen die Rebsorte erfreu­liche Ergeb­nisse bringt. Die besten Burgunder werden jedes Jahr in Neumarkt gekürt, einem Wein­dorf in Südtirol. Dort finden Blau­bur­gun­der­tage statt. Der Sieger unter den 79 ange­stellten Weinen kam auch dieses Jahr wieder aus Südtirol – und war trotzdem eine Über­ra­schung. Jens Priewe hat die Sieger­weine nach­ver­kostet.

Pinot Noir ist keine Domäne Italiens. Doch es gibt Nischen und Winkel in dem Land jenseits der Alpen, in denen die Rebsorte erfreu­liche Ergeb­nisse bringt. Die besten Burgunder werden jedes Jahr in Neumarkt gekürt, einem Wein­dorf in Südtirol. Dort finden Blau­bur­gun­der­tage statt. Der Sieger unter den 79 ange­stellten Weinen kam auch dieses Jahr wieder aus Südtirol – und war trotzdem eine Über­ra­schung. Jens Priewe hat die Sieger­weine nach­ver­kostet.

BlauburgundertagePinot Noir heißt in Italien Pinot Nero und in Südtirol Blau­bur­gunder. Da es im größten Teil Italiens zu warm ist, um aus dieser anspruchs­vollen Rebsorte elegante Weine zu bekommen, hat sich das Pinot-Geschehen im Land südlich der Alpen auf wenige kühle Flecken konzen­triert: zum Beispiel das Aosta-Tal, die Hoch­lagen des Ätna in Sizi­lien, vor allem aber auf einige Berg­dörfer Südti­rols und des Tren­tino. Sie werden jedes Jahr im Mai während der Blau­bur­gun­der­tage in Neumarkt in Südtirol dem Publikum präsen­tiert. Darüber hinaus wird dort der beste Burgunder des jewei­ligen Jahr­gangs gekürt.

Insge­samt 79 Betriebe aus acht Regionen hatten dieses Jahr ihre Weine zur Degus­ta­tion einge­schickt – fast alle, die sich in Italien ernst­haft mit Pinot Nero beschäf­tigen. Zur Verkos­tung stand diesmal der Jahr­gang 2007 – in vielen Gegenden Italiens ein sehr warmer Jahr­gang, der aus klima­ti­scher Sicht nicht unbe­dingt das Optimum für die Burgun­der­rebe darstellt.

Die Verkostung der Blauburgunder erfolgte „blind“

Wein-VerkostungDie Verkos­tung hatte bereits Anfang April im Versuchs­zen­trum Laim­burg statt­ge­funden. 57 Fach­ver­koster (darunter viele Wein­pro­du­zenten, die ihre eigenen Weine in der Probe hatten) hatten an zwei Tagen die Weine degus­tiert – selbst­ver­ständ­lich „blind“. Alle Weine, die am ersten Tag 80 Punkte und weniger erreichten, wurden aussor­tiert. Die verblei­benden Weine wurden am folgenden Tag noch­mals probiert – und zwar an sepa­raten Tischen in 3er Gruppen. Die jewei­ligen Verkoster waren ange­halten, sich unter­ein­ander auf eine gemein­same Note zu einigen. Die Zusam­men­set­zung der Gruppen erfolgte durch Los, damit sich keine „Seil­schaften“ bilden konnten.

Am 20. Mai 2010, dem Beginn der Neumarkter Blau­bur­gun­der­tage, wurden die Sieger­weine bekannt gegeben. Tradi­ti­ons­gemäß werden immer nur die ersten drei Weine genannt. Die Plat­zie­rung der anderen Weine wird nicht verraten. In diesem Jahr waren es fünf Sieger­weine, weil drei Weine ex aequo auf Platz drei landeten. Der erst­pla­zierte Sieger­wein kam aus einem Familien-Weingut, das in den letzten Jahren schon mehr­fach durch gute Quali­täten auf sich aufmerksam gemacht hat: Castel­feder. Seine Blauburgunder-Reben stehen in 550 bis 750 Meter Höhe bei Montan. Ein großer Teil der Stöcke ist sehr alt und wächst noch auf Pergel. Auch unter Fach­leuten, die nicht im Verkostungs-Panel saßen, wird die Burgum Novum Riserva zumin­dest als bester Blau­bur­gunder des Jahres 2007 in Südtirol ange­sehen.

Auf den folgenden Plätzen landeten die Blau­bur­gunder von Gott­ardi, von Elena Walch sowie zwei Pinot Nero aus dem benach­barten Tren­tino. Aller­dings war nicht die gesamte Pinot-Elite Italiens am Start. Das Weingut Hofstätter aus Tramin, der Pinot Nero-Pionier Südti­rols, hatte seine Weine nicht ange­stellt. Eben­falls abge­sagt hatten die Marchesi Pancrazi (Tenuta di Bagnolo) aus der Toskana, deren Pinot Nero von einigen Experten sehr hoch geschätzt wird.

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