Caymus Vineyards: Chuck Wagner in Deutschland

Chuck Wagner, Besitzer von Caymus Viney­ards im Napa Valley, war Anfang September auf Deutschland-Tour. Seine Weine sind die „ameri­ka­nischsten“ Cabernet Sauvi­gnons Kali­for­niens. In Deutsch­land haben sie dennoch eine kleine, treue Fan-Gemeinde. Auch seine Char­don­nays und Pinots mögen für euro­päi­sche Gaumen exotisch wirken. Doch Eines ist sicher: Sie besitzen eine klare Hand­schrift. Von Jens Priewe

Chuck Wagner, Besitzer von Caymus Viney­ards im Napa Valley, war Anfang September auf Deutschland-Tour. Seine Weine sind die „ameri­ka­nischsten“ Cabernet Sauvi­gnons Kali­for­niens. In Deutsch­land haben sie dennoch eine kleine, treue Fan-Gemeinde. Auch seine Char­don­nays und Pinots mögen für euro­päi­sche Gaumen exotisch wirken. Doch Eines ist sicher: Sie besitzen eine klare Hand­schrift

Schild Caymus VineyardsIn Alfons Schu­becks Wein­keller am Münchener Platzl wurde es eng. Gastro­nomen, Wein­lieb­haber, Wein­händler mussten zusam­men­rü­cken, damit alle etwas abbe­kamen. Anlaß: die Vorstel­lung der neuen Jahr­gänge von Caymus Viney­ards durch Chuck Wagner, den ebenso liebens­wür­digen wie hemds­är­me­ligen Besitzer des berühmten Wein­guts aus dem Napa Valley. Selbst der hollän­di­sche Chef­trainer des örtli­chen Fußball­klubs war sich nicht zu fein, auf Tuch­füh­lung mit den anderen Wein­be­geis­terten zu gehen.

Die beiden Cabernet Sauvi­gnon, die Chuck Wagner mitge­bracht hatte, erwiesen sich als opulente, vor Frucht fast bers­tende Weine mit süßem, fein­fa­se­rigen Tannin. Der Standard-Cabernet Sauvi­gnon, Caymus’ „Brot- und Butter­wein“, von dem über 600 000 Flaschen erzeugt werden, wirkte eine Spur frischer als die Special Selec­tion, die dafür extrakt- und tannin­rei­cher ist. Von ihm produ­ziert Caymus rund 100 000 Flaschen. Mit 149 Euro ist er für einen Luxus­wein stan­des­gemäß ausge­preist.

Die Wagner Family hält für ihre Caber­nets bis heute an der Rein­sor­tig­keit fest. Aller­dings ist Chuck Wagner der Meinung, dass die perfekte Balance nur durch eine Mischung aus bottom valley fruit und moun­tain fruit zu errei­chen ist. Demzu­folge sind beide Caymus-Weine eine Cuvée aus warmen Tallagen und kühleren Hang­lagen.

Die eigenen Rebflä­chen, die Caymus in Napa Valley besitzt, befinden sich fast ausschließ­lich in Ruther­ford um die alte Winery herum. Aller­dings ist der Eigen­be­sitz auf rund 28 Hektar beschränkt. Der größte Teil der Trauben kommt folg­lich von gepach­teten Wein­bergen, die Caymus in eigener Regie bear­beitet.

„Wir sind berühmt für die Formel Frucht und Tannin“, machte Chuck Wagner den Gästen klar. „Die Säure ist uns nicht so wichtig.“

Vor allem die Special Selec­tion ist ganz auf Fülle und Frucht fokus­siert. „Um die Frucht optimal zum Ausdruck zu bringen, gehen wir voll in die Reife“ sagte Wagner und fügte hinzu: „Mit allen Konse­quenzen.“

So bringt die Special Selec­tion im großen Jahr­gang 2007 zum Beispiel 15,2 Vol.% auf die Waage – ein Extrem­wein, bei dem die Papillen im Mund schnell ermüden. Das zu verhin­dern, brauchte es schon ein Rib Eye Steak rare mit grüner Pfef­fer­sauce, wie Schu­beck es dazu servierte.

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